Smartphone Gadgets selbst gebaut – von der Power-Bank bis zum Musik-Verstärker (Handbuch Making-Aktivitäten)

Das Smartphone ist unser ständiger Begleiter geworden, für den es unzählige Gadgets gibt. Einige davon können mit einfachsten Mitteln und wenigen Kosten selbst gebaut werden.

Setting beliebig
Dauer ab 60 Minuten
Zielgruppe alle, die ein Smartphone besitzen
Zielsetzung Die Teilnehmenden entwickeln eigene Gadgets und erhalten dadurch ein technisches Grundverständnis, indem sie sich mit dem Aufbau und den Eigenschaften ihres Smartphones auseinandersetzen.
Notwendige Ausstattung Von Projekt und Umsetzung abhängig
Aufwand gering, da nur die Einzelteile für die Projekte besorgt werden müssen.

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Vorbereitung

Für jedes einzelne Gadget sollte es eine Infokarte geben, die die einzelnen anzuwendenden Schritte bebildert erklärt. Die Betreuungspersonen sollten die einzelnen Gadgets im Vorfeld selbst einmal nachgebaut haben, um bewerten zu können, wo es Schwierigkeiten oder Probleme geben könnte.

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Ablauf

Um Jugendliche an Technik heranzuführen ist es wichtig, dass ihre jeweiligen Interessen bedient werden. Da bietet sich das eigene Smartphone selbstverständlich an, da laut JIM-Studie 2015 99% der Mädchen und 97% der Jungen zwischen 12 und 19 Jahren ein eigenes Handy bzw. Smartphone besitzen. Je nachdem welches Angebot eingesetzt wird, werden die Kinder und Jugendliche in unterschiedliche Bereiche eingeführt. Dies kann klassische Technik sein, aber auch Werken oder Nähen. Im Folgenden werden zwei Beispiele genauer erläutert, weitere Angebote finden sich im Internet (siehe unten).

Smartphone-Verstärker: Der Smartphone-Verstärker besteht aus einer alten Papprolle (bspw. Pringles-Dose, etc.) und dient zum analogen Verstärken der Musikwiedergabe. Dafür muss lediglich ein Schlitz in die Mitte der Papprolle geschnitten werden, sodass das Smartphone darin Platz findet und hält. Dann müssen auf der anderen Seite zwei Standfüße angebracht werden, damit die Rolle einen festen Halt hat. Anschließend kann der Verstärker individuell verziert werden.

Solar-Power-Banks: Volle Smartphone-Akkus sind eine Seltenheit. Mit ein wenig technischem Verständnis und geringem Materialeinsatz können Jugendliche selbst eine Power-Bank mit unterschiedlichen Features bauen. Dazu braucht es klassische AA-Akkus, eine Batteriehalterung und eine DC TO USB Ladeplatine, die für eine gleichbleibende Ausgangsspannung sorgt. Die Platine muss lediglich mit zwei Drähten mit der Batteriehalterung verlötet werden. Die Kosten für dieses Set belaufen sich auf etwa 4-5 € pro Stück inklusive der Batterien. Zusätzlich ist es möglich, ein Solar-Panel zu installieren, um die Akkus am Tag aufladen zu lassen. Das Panel sollte etwa 4 V aufweisen, je mehr, desto einfacher ist die Aufladung der Batterien. Zusätzlich wird noch eine Diode 1N914, um zu verhindern, dass Strom direkt in das Solarpanel fließt. Die Kosten für das Panel und die Diode belaufen sich noch einmal auf ca. 4-5 €. Im Anschluss an das technische Verbinden der Komponenten, können die Powerbanks entweder in Blechdosen verbaut werden oder die Kinder und Jugendlichen basteln sich aus Pappe eigene kleine Hüllen. Für die Durchführung der Aktion ist es wichtig, dass den Teilnehmenden ein technisches Grundverständnis vermittelt werden kann und es, wenn auch geringe, Erfahrungen mit Lötkolben gibt.

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Mögliche Varianten und Ergänzungen

Erweiterungen sind im Gadget-Bereich nahezu unermesslich. Je nach technischem Verständnis können viele Produkte einfach nachgebaut werden. Die Teilnehmenden können auch in Eigenregie nach weiteren Gadgets suchen.

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Tipps und Tricks

Geben Sie sich und der Gruppe bei der Gadgetentwicklung Zeit und bieten Sie den Teilnehmenden Alternativen an.

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Raum für kreatives Gestalten

Die Teilnehmenden können vorher ausgewählte Gadgets nachbauen und frei nach ihren Vorstellungen gestalten. Zusätzlich können sie die Gadgets modifizieren und ihren Vorstellungen hin anpassen.

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Weitere Materialien dazu

  • Unter www.Gecheckt-NRW.de finden Sie einen ausführlichen Projektbericht und weitere Anregungen zur kreativen Medienarbeit mit Kindern und Jugendlichen
  • Unter www.handysektor.de erhalten Sie neben praktischen Tipps zur Smartphone-Nutzung auch kreative Ansätze und Bastelanleitungen für Smartphone-Gadgets.

cover_handbuch_klein Dieser Beitrag ist ein Ausschnitt aus dem Buch „Making-Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen. Handbuch zum kreativen digitalen Gestalten“ (herausgegeben von Sandra Schön, Martin Ebner und Kristin Narr, März 2016). Das Buch steht seit 1.3.16 komplett als PDF offen lizenziert zur Verfügung (http://bit.do/handbuch) und ist auch als Printausgabe im Buchhandel erhältlich (ISBN 9783739236582). Das Handbuch entstand im Rahmen einer Kooperation des BIMS e.V., der Technischen Universität Graz, von Kristin-Narr.de, des Medienpädagogik Praxisblog, des fsm e.V. und seinem Projekt „Medien in die Schule“ sowie mit Unterstützung der HIT-Stiftung.

Dieser Artikel steht unter der CC BY 3.0 Creative Commons Namensnennung 3.0 international . Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Markus Sindermann für medienpaedagogik-praxis.de
Verfasst am 11.05.2016

2 Kommentare

  1. Jochen C am 16.11.2017:

    Hallo,

    ich bin vor einer Weile durch Zufall auf Ihren Blog gestoßen und dabei auch auf diesen Artikel. Ich habe eher aus Neugier und um mit meiner Klasse zu überprüfen, ob das möglich ist, einen Akku selbst zu bauen, der Leistungsstark genug ist, um ein Smartphone aufladen zu können, die Anleitung hier abgespeichert. Und nun komme ich zurück, um mich zu bedanken! Nicht nur war es lustiger als erwartet, diese Anleitung auszuprobieren, sondern es hat auch funktioniert! Ergänzt haben wir mit einem Rechner, der dieBetriebsdauer von Akkus berechnen sollte ( https://www.akkuline.de/Rechner/ ) und einer Vergleichstabelle.
    Ich weiss, dass es nicht nötig ist, aber ich wollte mich bedanken und einen schönen Tag wünschen!

    Jochen C

  2. Mirjam am 26.11.2017:

    Lieber Jochen C

    Ich habe das auch ausprobiert. Bei mir funktioniert es aber nur bei Samsungs und nicht bei Iphones oder andere. War das bei Ihnen auch so? Könnte das am Converter liegen? Wo haben Sie diese bestellt?

    lg, Mirjam

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