Lötübungen für den Einstieg (Handbuch Making-Aktivitäten)

Mit einfachen Lötübungen können Kinder und Jugendliche bei der Herstellung eigener Produkte einfache Fertigkeiten im Umgang mit Lötzinn erwerben. Das Löten ist Grundlage für zahlreiche weitere Konstruktionstätigkeiten, Erfahrungen damit bringen nur wenige Kinder mit.

Setting Einstiegsübungen in einer offenen Werkstatt oder im Unterricht (Achtung: Betreuungsschlüssel!)
Dauer eine Stunde, mehr je nach weiteren Aufgaben
Zielgruppe etwa 3. bis 10. Klasse, handwerkliches Geschick vorteilhaft, Betreuungsschlüssel ca. 1:5 bis 1:8
Zielsetzung Fertigkeiten zum Verlöten von Metalldrähten einüben als Voraussetzung für die Arbeit mit LED und einfachen elektrischen Schaltungen
Notwendige Ausstattung
  • Material: Kupferdraht, Lötzinn, Flussmittel (z.B. ELM-KF 2052 von Emil Otto), Wasser, Tuch, Brandsalbe
  • Werkzeuge: Lötkolben, Steckerleisten zu deren Stromversorgung, Ablageflächen für die heißen Lötkolben, kleine Flach-/Rundzange, Seitenschneider, dritte Hand (Löthilfe)
  • Werkraum: Tische, deren Oberfläche auch verbrannt werden könnte
Aufwand je nach Ausstattung der Einrichtung gering bis mittel

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Vorbereitung

Die Durchführung dieser Übung bedarf neben der Herstellung der materiellen Voraussetzungen keiner weiteren Vorbereitung. Informationen zum Löten kann „on the fly“ mitgeteilt werden. Trotz der natürlich notwendigen Einführung in den Umgang mit heißem Material und Werkzeugen muss mit kleineren Brandunfällen gerechnet werden. Einzelne weiterführende Aufgaben werden durch Abzwicken weiterer Kupferdrahtstücke ermöglicht.

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Ablauf

Es empfiehlt sich, dass ein Kind der Gruppe vormachen darf, wie es beim Verzinnen eines Stückes Kupferdrahtes dampft und zischt. Man sollte ansprechen, dass sich das Lot mit dem Kupfer nur unter Hitze verbindet und die Oberfläche sauber und nicht oxidiert sein sollte.

Auch von den dritten Händen geht eine Faszination aus, so dass alle Kinder „so etwas“ machen wollen. Der Spannungsbogen lässt sich durch Vorgabe des Ziels, der Herstellung eines „silbernen geschlossenen Rings“, individuell und einfach erweitern, indem Drahtstücke ausgegeben werden, um in einem nächsten Schritt zwei Ringe miteinander zu verbinden und ggf. zu einer Minibrille oder Haussilhouette zu verlöten.

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Mögliche Varianten und Ergänzungen

Bei der Produktion lassen sich schnell Qualitätsunterschiede (Gleichmäßigkeit vs. Batzen, komplette Verzinnung vs. durchscheinendem Kupfer) wahrnehmen und so besprechen, dass für jede/n eine erreichbare Verbesserung möglich ist. Wenn es darum geht, mehr als zwei Drahtstücke zu verlöten bzw. kurze Stücke, wie den schmalen Steg zwischen zwei Brillenfassungen, zu verbinden, kann man auch zur Zusammenarbeit anregen. Eventuell muss man auf die Werkzeuge, die benutzt werden können, verweisen. Nicht alle Kinder lassen sich durch Steigerung der Komplexität der Drahtprodukte beliebig herausfordern und manche müssen gegen Ende, wenn andere noch löten, auch anderweitig beschäftigt werden (Vorbereitung einer Ausstellung, Plakate herstellen).

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Tipps und Tricks

Allein das Zischen kann beim Löten eine abschreckende Wirkung haben. Dass man sich direkt verbrennt, sollte möglichst vermieden, aber die Erfahrung der Hitze sollte für alle Teilnehmer/innen ermöglicht werden, z.B. indem sie sich entlang eines Drahtes zum Hitzepunkt langsam „hineinfühlen“. Nur mit Reden über die Gefahr wird hier erfahrungsgemäß nichts erreicht.

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Raum für kreatives Gestalten

Die Kinder entwickeln sehr viele Ideen und man sollte ihnen den Raum geben, diese zu entwickeln. Kommt ein Vorschlag, ist zunächst zu sondieren, wie er gemeint ist. Man sollte aber beachten, dass Kupferdraht nicht sinnlos abgeschnitten wird und man sich vor dem Abschneiden genau überlegt, wie es weiter geht.

CC BY Daniel Brandtner / Maker Days for Kids

CC BY Daniel Brandtner / Maker Days for Kids

 

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Weitere Materialien dazu


cover_handbuch_klein Dieser Beitrag ist ein Ausschnitt aus dem Buch „Making-Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen. Handbuch zum kreativen digitalen Gestalten“ (herausgegeben von Sandra Schön, Martin Ebner und Kristin Narr, März 2016). Das Buch steht seit 1.3.16 komplett als PDF offen lizenziert zur Verfügung (http://bit.do/handbuch) und ist auch als Printausgabe im Buchhandel erhältlich (ISBN 9783739236582). Das Handbuch entstand im Rahmen einer Kooperation des BIMS e.V., der Technischen Universität Graz, von Kristin-Narr.de, des Medienpädagogik Praxisblog, des fsm e.V. und seinem Projekt „Medien in die Schule“ sowie mit Unterstützung der HIT-Stiftung.

Dieser Artikel steht unter der CC BY 3.0 Creative Commons Namensnennung 3.0 international . Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Martin Schön für medienpaedagogik-praxis.de
Verfasst am 30.03.2016

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