Das Netz isoliert, macht einsam und egoistisch #einBuchfuerKai

Diesen Satz höre ich auch heute noch relativ oft – sei es auf Elternabenden oder anderen Veranstaltung. Ausdrücken wollen viele Eltern damit die Sorge, dass sich überwiegend Kinder und Jugendliche in virtuelle und digitale Welten zurückziehen und verlieren, die Sozialkontakte abbrechen und kein Anschluss zu „echten“ Menschen mehr vorhanden ist.

Anstatt zu argumentieren, erzähle ich dann viel lieber von schönen Beispielen, die es ohne die soziale Power digitaler Netzwerke nicht geben würde – und die so vielen Menschen auf so unterschiedlichen Weisen geholfen haben: Da wäre die Helfer-Koordination der Fluthilfe in bestimmten Großstädten, da wäre die kollaborative Ansammlung von Wissen in YouTube und Wikipedia – und natürlich ist da auch ein Buch – #einBuchfuerKai.

Diese Geschichte ist für mich ein Akt der Menschlichkeit mit hoher medienpädagogischer Relevanz, wird hier ganz klar gezeigt, wie Medien die Menschen einander näher bringen und wie Hilfe in einer schlimmen Situation für eine Familie online aussehen kann.

Konkret geht es um den Familienvater und Buchautor Kai-Eric Fitzner, der durch eine unerwartete Krankheit ins Koma fiel. Neben diesem tragischen Umstand bedeutete das zudem das finanzielle Aus für die Familie. Unter dem Hashtag #einBuchfuerKai verbreitete sich dieser Notstand sehr schnell, jedoch nicht mit der Bitte um Geld-Spenden, sondern mit der Bitte, das schon etwas ältere Buch zu erwerben, welches in kürzester Zeit zum Amazon-Bestseller wurde. [die ausführliche Geschichte mit Spendenverlauf, Pressespiegel etc. gibt es hier zu lesen]

Meiner Meinung nach ist dieses Ereignis ein Zeichen für die geballte Solidarität der Social-Media Nutzer, die ohne Twitter und Facebook höchstwahrscheinlich nichts davon mitbekommen hätten. Viele User waren sofort bereit, ein gutes Buch für kleines Geld zu kaufen, um somit einer Familie aus dem finanziellen Loch zu helfen. TOP!