Schnell und einfach Storyboards entwickeln

Kürzlich ist mir „Storyboarder“ untergekommen, ein Werkzeug zur Erstellung von Scribbles, Storyboards und Animationen. Das Programm bringt einige nette Funktionen mit und eignet sich für das visuelle Erzählen, Planen, Konzipieren im Allgemeinen, in der professionellen Filmproduktion wie auch im medienpädagogischen Einsatz. Storyboarder steht nur in englischer Sprache kostenlos und quelloffen für Windows, OSX und Linux zur Verfügung, in der frühen Version 0.131. Wer sich am Quellcode versuchen möchte, findet ihn hier.

Storyboarder wird von Wonderunit entwickelt, die das Programm auch für eigene Filmproduktionen nutzen. Nach Angabe einer E-Mailadresse bekommt man den Downloadlink zugesandt. Die Installation auf Windows 8.1 war problemlos, es wurde ungefragt ein Desktop-Shortcut angelegt. Soll mir recht sein.

Nach dem Start kann entweder eine bestehende Script-Datei (im Fountain- oder Storyboarder-Format) geöffnet oder ein leeres Board erstellt werden. Ich entscheide mich für das leere Board und muss noch das gewünschte Seitenverhältnis angeben.

Storyboarder bietet nun mehrere Möglichkeiten, neue Boards zu erstellen. Einige Hilfsmittel – Raster, Perspektive, Ebenen, Skalierungs- und Verschiebewerkzeuge etc. – stehen zur Verfügung. Die Auswahl an Malwerkzeugen ist bescheiden, doch für Storyboards ausreichend. Grafiktabletts werden unterstützt. Wenn die Malfunktionen nicht ausreichen, kann für die weitere Bearbeitung direkt zu Photoshop verknüpft werden.

Auch Fotos können importiert werden, dabei ist aber zu beachten, dass der komplette Inhalt eines Albums in die Timeline eingesetzt wird; ich habe ein zu umfangreiches Album gewählt und damit das Programm gleich mal zum Absturz gebracht. Es ist auch möglich, gezeichnete Storyboards zu importieren.

Großartig finde ich den „Shot Generator“. Damit kann durch Eingabe oder Auswahl von Schlüsselworten wie „female“, „closeup“ oder „outside“ sehr schnell ein Board erzeugt werden. Simple Figuren werden entsprechend der Vorgaben ins Bild eingefügt und können nachbearbeitet werden. Auch die Beleuchtung lässt sich anpassen. Der Shot Generator ist im Menü am rechten Bildrand durch Hinunterscrollen zu finden, was wegen des Fehlens eines Scrollbalkens nicht offensichtlich ist. Während meines Tests wurde der Generator plötzlich „aus Gründen der besseren Performance“ deaktiviert und konnte nicht reaktiviert werden. Schade.

Ebenfalls im rechten Menü können den Boards Zeitangaben, Dialoge, Aktionsbeschreibungen und Notizen hinzugefügt und der Start einer neuen Einstellung markiert werden. Durch die Timeline am unteren Bildschirmrand ist es möglich, den gesamten zeitlichen Ablauf einer Szene zu visualisieren und anzupassen.

Das Ergebnis der Arbeit kann schließlich in verschiedenen Formaten exportiert werden, zur weiteren Nutzung in Final Cut Pro X und Premiere, als PDF in Thumbnail-Ansicht, als Einzelbilder oder als animiertes GIF.

Dieser Artikel steht unter der CC BY-SA 3.0 Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 international . Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Christoph Kaindel für medienpaedagogik-praxis.de
Christoph Kaindel Kurzbio
Jahrgang 1966, ist Historiker, Medienpädagoge, Grafiker und Cartoonist und lebt in Gablitz bei Wien. Er war lange beim Wiener Bildungsserver tätig und ist nun selbständiger Vortragender. Als begeisterter Gamer - seit den 80er Jahren - interessiert er sich für alle Aspekte von Videospielen. Seit einigen Jahren beschäftigt er sich mit der Entwicklung von Games in der praktischen Medienarbeit. Gelegentlich arbeitet er als Zombiefilm-Coach oder Kampfchoreograf.
Verfasst am 16.11.2017

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