Kurzspielfilme zum Thema „Cybermobbing“

"Kurzspielfilme zum Thema Cybermobbing in der Medienpädagogik"In der Vorbereitungsphase des Projekts sollten genaue Absprachen mit der beteiligten Schule erfolgen. Ort und zeitlicher Rahmen sollte am besten schriftlich fixiert werden.

In einem Themenfindungsworkshop mit Inputreferaten und Rollenspielen werden die Schülerinnen und Schüler zur Diskussion und intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema angeregt. In den festzulegenden Arbeitsgruppen werden Arten des Cybermobbings erarbeitet.

Im Rahmen von Drehbuchworkshops sollte aufgrund des knappen Zeitrahmens lediglich ein Drehablaufplan (Ort der Handlung, Beteiligte/ Aufgaben, Dialoge, benötigte Requisiten, Dauer der Szene) festgehalten werden.

In einem optional durchzuführenden Schauspielworkshop machen sich die darstellenden Schülerinnen und Schüler mit den einzelnen Szenen vertraut. Sie lernen dabei sich filmgerecht zu artikulieren und die vorzustellende Handlung zu spielen. Im Rahmen dieses Workshops sollte der Drehablaufplan mit Blick auf Realisierbarkeit überarbeitet werden.

Im Videoproduktionsworkshop sollte nach einer Einführung in die Videotechnik der Dreh erfolgen. Dabei ist stets darauf zu achten, dass vor allem der Ton richtig aufgenommen wird. Wenn möglich und nötig sollten die einzelnen Szenen mehrfach gedreht werden, um beim nachfolgenden Videoschnitt eine Auswahl von Szenen zu haben.

Abschließend im Videoproduktionsprozess sollte der Videoschnitt gemeinsam mit interessierten Schülerinnen und Schülern erfolgen. Da im Rahmen dieser Aufgabe selten alle Schülerinnen und Schüler am Laptop beschäftigt werden können, können für die Veröffentlichung des Videos auf DVD oder im Rahmen einer Präsentation, Materialien der Öffentlichkeitsarbeit produziert werden. Mögliche Materialien wären DVD Cover, Poster und eine Kurzbeschreibung des Inhalts der Produktion. Diese können am Computer oder per Handarbeit erarbeitet werden. Zur besseren Darstellung der Inhalte und des jeweiligen Videofilms sollten Screenshots oder Setfotos in die Materialien eingearbeitet werden.

Im Rahmen einer Projektpräsentation sollten die von den Schülerinnen und Schülern produzierten Videos einer Öffentlichkeit vorgestellt werden, um die Problematik Cybermobbing zur Diskussion zu stellen. Wenn mehrere Schulen ein solches Projekt durchführen, können im Rahmen eines Filmfestivals die besten Videos mit Hilfe eine Jurypreises und/ oder Publikumspreises gekürt werden. Das Filmfestival zum Projekt: „(Cyber-)Mobbing – Aufgeklärt!“ kann ein lebendiger Kommunikationsort rund um das Thema Cybermobbing werden. Dazu sollte auch Institutionen, die sich mit der Prävention von Cybermobbing beschäftigen, die Möglichkeit gegeben werden, sich vorzustellen.

Zum Abschluss des Projekts sollte allen beteiligten eine DVD mit allen produzierten Videofilmen überreicht werden.


Zielgruppe

  • Jugendliche

Eingesetzte Medien

  • Video

Ziele

  • Reflexion
  • Artikulation

Varianten, Erweiterungen, Modulationen

In der Nachbereitung des Projekts sollte im Rahmen von Elternabenden in den beteiligten Schulen die Erziehungsberechtigten der Schülerinnen und Schüler für das Thema Mobbing sensibilisiert werden. In einer Weiterbildung kann Lehrkräften und Schulsozialarbeiterinnen und –sozialarbeitern das Projekt vorgestellt und die Arbeitsergebnisse diskutiert werden. Themen, die mit den jeweiligen Zielgruppen behandelt werden sollen, sind: Wie kann Mobbing rechtzeitig erkannt werden? Wie werden die neuen Technologien zum Mobben genutzt? Was kann man tun, wenn ein Cybermobbing Fall auftritt? Wer kann helfen und was kann der Betroffene tun? Welche Anlaufstellen gibt es, um in einem Mobbingfall Hilfe zu bekommen?

Tipps & Tricks

Positiv ist anzumerken, dass durch die Arbeit mit den vielen verschiedenen Kooperationspartnern (z.B. Beratungsstelle der Polizei und Jugendrechtshaus Cottbus e.V. – Inputs zum Thema Cybermobbing, Regionalwerkstatt Brandenburg e.V. Dokumentation, Hochschule Lausitz – Videoproduktion mit den Schülern, Filmmacher, Medienpädagogen – Drehbuchworkshop Workshopleiter, Kinder und Jugendtheater – Schauspielworkshops) die Aufgaben individuell nach Auftrag und Können der jeweiligen Partner verteilt war. Somit konnten sich die jeweiligen Kooperationspartner auf „ihr“ Arbeitsgebiet konzentrieren, aber dennoch auch von den Partnern lernen.

Schwierigkeiten

Die größten Schwierigkeiten lagen bei den Absprachen mit den Kooperationspartnern (insbesondere den beteiligten Schulen). Aufgrund von zahlreichen Terminverschiebungen musste die Projektleitung oftmals die Durchführungskonzepte überarbeiten und umfangreiche Terminabsprachen mit den weiteren Kooperationspartnern durchführen. Dieser Mehraufwand musste letztendlich in ehrenamtlicher Arbeit durchgeführt werden, da es bei einer begrenzten Projektförderung im Prozess der Antragsstellung nicht möglich war, diese mit zu kalkulieren.

Nachahmer sollten unbedingt darauf achten, genügend Zeitreserven für die Projektsteuerung einzuplanen und im Vorfeld möglichst schriftlich die Termine mit den Schulen festzulegen.

Feedback

In einem Satz kann man sagen, dass das Projekt der Mehrheit der Schülerinnen und Schüler gefallen hat. Im Rahmen des Projekts wurden zu Abschluss 69 Schülerinnen und Schüler befragt. Die Zeit, die für das Storyboard zur Verfügung stand, war zum größten Teil für die Schülerinnen und Schüler ausreichend. 3% fanden die Zeit unzureichend und 21% haben das Storyboard in der gegebenen Zeit nur knapp geschafft. Ähnlich sieht es bei dem Filmdreh aus. Dort sind es 12%, denen die Zeit für den Dreh nicht ausgereicht hat und Szenen noch gedreht werden mussten und 21% der Schülerinnen und Schüler, denen die Zeit geradeso ausgereicht hat. Auch der Filmschnitt war für einige Schülerinnen und Schüler zu knapp im Zeitplan bemessen. 6% der Schülerinnen und Schüler schafften den Schnitt nicht in der verfügbaren Zeit und 13% mussten sich sehr beeilen, um den Film fertig gestellt zu bekommen. Vielen hat die Arbeit am Filmschnitt gefallen (92%). Die Anleitung und die Unterstützung durch die Studierenden und den Workshopleiter bewerteten die Jugendlichen größtenteils als sehr gut (62%) oder gut (30%). 67% der Jugendlichen gaben an, in dem Projekt eine Menge zum Thema Cybermobbing gelernt zu haben. 64% der Schülerinnen und Schüler gehen laut der Umfrageergebnisse nach dem Projekt mit Cybermobbing anders um, während 36% ihre Ansichten wie zuvor vertreten. 83% der Schülerinnen und Schüler würden gern noch einmal an diesem Projekt teilnehmen und 89% der Jugendlichen würden das Projekt jemand anderem weiterempfehlen.

Kurzspielfilme zum Thema Cybermobbing in der Medienpädagogik


Checkliste

räumliche und zeitliche Rahmenbedingungen

  • Ort der Durchführung: Schule
  • Durchführung im Rahmen eines Schulhalbjahres, verteilt 5 Projekttage oder eine Projektwoche im Block

Gruppengröße

  • das Projekt lässt sich mit einer Schulklasse durchführen
  • das Projekt kann aber auch längerfristig mit mehreren Schulklassen durchgeführt werden

nötige Vorkenntnisse der Projektteilnehmer

  • keine

Anforderungen an die Projektdurchführenden

  • um eine ausreichende Betreuung der Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten, werden ein/e Medienpädagog/in und mit Videotechnik vertraute Hilfskräfte oder drei Medienpädagog/innen benötigt
  • begleitend sollte ein/e Theaterpädagog/in/ Schauspieler/in die Schülerinnen und Schüler beim Schauspielen coachen
  • Kenntnisse im Bereich Cybermobbing (Arten, Problemlösungsstrategien)
  • Kenntnisse der Erstellung von Drehbuch, Drehablaufplan

benötigte Hard- und Software und weitere obligatorische oder nützliche Materialien

  • Hardware: 3 x Videoaufnahmetechnik (Videokamera, Stativ, Mikrofon, Tonangel) und 3 x schnittfähige Laptops
  • Software: Windows Movie Maker oder Adobe Premiere Elements
  • nützliche Materialien: Moderationskoffer, Flipchart

Links & Material

www.cybermobbing.m2b-cottbus.de – Internetseite des Projekts, inklusive Auszüge der Konzeption, verwendete Materialien und wichtige Links

http://www.medienpaedagogik-praxis.de/kostenlose-medien/freie-musik/

http://www.planet-schule.de/wissenspool/dokmal/inhalt/unterricht.html – Die Unterrichtsvorschläge beschäftigen sich mit zentralen filmischen Mitteln, von Kamera-Einstellungsgrößen über Tongestaltung bis zu Filmanfängen.


About

Tobias Falke
Media To BE | M2B e.V.
info@m2b-cottbus.de
http://www.cybermobbing.m2b-cottbus.de

Im Zentrum der Arbeit unseres Vereins steht die Förderung der Medienkompetenz bei Jugendlichen. M2B e.V. initiiert und unterstützt medienpädagogische Projekte (Medienarbeit in Berlin-Lichtenberg & Cottbus), deren Ziel in der Schaffung einer von Nationalität und Herkunft unabhängigen, dem Demokratiegedanken verpflichteten Jugendkultur besteht.

Tobias Falke – Dipl. Sozialpädagoge und Medienwissenschaftler (M.A.),
akademischer Mitarbeiter für Mediendidaktik an der Hochschule Lausitz (FH) und stellv. Vorstand des Vereins Media To Be | M2B e.V.. Arbeitsschwerpunkt: Projektkonzeption, – Steuerung, und -Evaluation medienpädagogischer Projekte; Didaktik des E-Learnings, Hochschuldidaktik