Urban Mining Workshop

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In der Medienpädagogik ist Making schon lange ein wichtiger Bestandteil. (so auch hier im Blog). Die Firma Fairphone hat jetzt einen schönen Workshop für Menschen ab 12 Jahren ins Netz gestellt, bei dem der Umweltschutz bezüglich elektronischer Geräte, vorwiegend Handys oder Smartphones ganz praktisch thematisiert wird. „Urban Mining“ nennen sie den Schrauberkurs, bei dem man nichts kaputt machen kann, der den Teilnehmer*innen aber das Innenleben und den Wert ihrer Geräte vermitteln soll. Es geht darum Recyclingmöglichkeiten von Handys und Smartphones aufzuzeigen. Wer das Innenleben kennt, kann Geräte auch besser recyclen – so die Idee. Bisher ist die Anleitung nur in Englisch erhältlich, aber das Konzept ist recht schlüssig.

Es gibt den Miners Guide für die Teilnehmer*innen, in dem viel über das Auseinandernehmen und das Innenleben der Geräte erklärt wird und einen Leader Guide für für die Workshopleitung. Neben den Guides benötigt man noch das passende Werkzeug (wichtig, da man sonst teilweise nicht in die Geräte reinkommt, oder sich verletzen kann) und ein defektes Altgerät. Dann wird nach Anleitung auseinander genommen, die einzelnen Bausteine in ihrer Funktion zugeordnet und ihr Materialwert definiert. Der Workshop klingt spaßig, hat viel mit „erforschen und entdecken“ zu tun und will das Bewusstsein für Umweltschutz stärken.

Ein bisschen kommt in der Literatur der Verdacht auf, dass es eine geschickte Werbung für das Fairphone und ifixit ist. Aber mit etwas Anpassung, kann man den Workshop auch „werbefrei“ durchführen. Zumal sind die Anliegen der beiden Firmen bezüglich Nachhaltigkeit und Umweltschutz durchaus unterstützenswert.

In Workshops mit Jugendlichen muss die Leitung sich vorher mit dem Hintergrundwissen über die Metallgewinnung und über die nächsten Recyclingmöglichkeiten für Smartphones informieren. Der Leader Guide hat dafür eine lange Linkliste angehängt, mit der man sich umfangreich vorbereiten kann. Danach kann man gut in die Tiefen des Handys oder Smartphones eintauchen und nach Gold, Silber, Tantalum, Zin und mehr zu schürfen. Insofern ist es eine schöne kleine Projektidee, die ein nicht so kleines Müllproblem aufgreift. Die Nähe zu einem jugendlichen Alltagsgegenstand macht das abstrakte Thema sehr begreifbar.

Dieser Artikel steht unter der CC BY-SA 3.0 Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 international . Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Lambert Zumbrägel für medienpaedagogik-praxis.de
Lambert Zumbrägel Kurzbio
Jahrgang 1966, Dipl. Sozialpädagoge und Medienpädagoge aus Würzburg. Seit 1992 in der Jugendarbeit, seit 2008 Medienfachberater beim Bezirksjugendring in Unterfranken.
Verfasst am 20.08.2019