Geräuscherätsel mit der Musik-App „Keezy“

Ein Geräuscherätsel eignet sich sehr gut, um mit Kindern auf eine akustische Entdeckungstour zu gehen und in die Welt der Klänge und Geräusche einzutauchen – ein medienpädagogisches Projekt, das sich auf den Hörsinn konzentriert. Die Teilnehmenden gestalten selbst Hörrätsel, indem sie Töne / Geräusche / Klänge ihrer Umgebung wahrnehmen und aufnehmen. Aufgabe ist, in Kleingruppen von ca. 3 bis 5 Teilnehmenden, Geräusche zu einem bestimmen Thema zu sammeln und später im Plenum zu präsentieren. Da es sich um Rätsel handelt, sind die Gruppen dazu aufgefordert, die Geräusche so zu sammeln, dass die Anderen am Ende erraten können, welches Thema gemeint ist. Es liegt also an den einzelnen Kleingruppen, wie schwer oder einfach sie es den Ratenden machen möchten.

Über die App „Keezy“

(Foto von Nicole Rauch, nicht unter freier Lizenz)

Die App „Keezy“ macht auf den ersten Blick neugierig. Mit ihren großen, bunten Feldern, sieht sie nicht nur toll aus, sondern ermöglicht auch eine einfache und intuitive Bedienung. Doch was kann „Keezy“ genau? Einfach gesagt – mit „Keezy“ können Geräusche aufgenommen und abgespielt werden. Die großen Felder und das überschaubare Menü in Form von sechs Kreisen machen es einfach, die App zu verstehen. Mit den bereits vorhandenen Beispiel-Sounds kann die App ausprobiert werden. Dann ist aber jede_r selbst gefragt – auf den grünen Kreis mit dem „Plus“ tippen und eigene Sounds und Geräusche aufnehmen. Unglückliche Aufnahmen können direkt wieder gelöscht und neu bespielt werden – dazu einfach zurück in das Menü (schwarzer Punkt in der Mitte der großen bunten Felder) und das rote „X“ antippen. „Keezy“ ist kostenfrei für iOS erhältlich und läuft auf dem iPhone und iPad.

Planung eines Workshop & Erfahrungen in der Arbeit mit „Keezy“

Unterschiedliche Themen (z.B. „Einkaufen“ oder „Kochen“) wurden im Vorfeld auf Zettel geschrieben und kamen zusammengefaltet in eine Losbox. Die Kinder hatten die Aufgabe pro Gruppe einen Zettel zu ziehen. Wichtig: Das gezogene Thema muss natürlich streng geheim behandelt werden!
Je nach Alter der Teilnehmenden können die Themen natürlich noch schwerer oder abstrakter werden.

Die Teilnehmenden hatten danach ca. eine Stunde Zeit, um die Geräusche drinnen und draußen zu sammeln. Wenn Gruppen schneller fertig wurden, konnten sie noch ein zweites Thema ziehen. Erfahrungsgemäß sind – je nach Thema – einige auch schon nach einer halben Stunde fertig. Daher ist es sinnvoll, mehr Themen vorzubereiten, als es Gruppen gibt.

Wenn alle Gruppen von ihrer Geräusche-Tour zurückgekehrt sind, fängt das Rätseln an. Hier ist es sinnvoll, nicht mit den Lautsprechern des Tablets zu arbeiten, da viele Geräusche oft zu leise abgespielt werden und vor allem bei größeren Gruppen nicht mehr von allen gehört werden können. Am besten sind externe Boxen, mit denen die Geräusche gut gehört werden.

Jede Gruppe kommt einzeln nach vorne und schließt ihr Tablet an der Anlage an. Dann sollte es möglichst still sein, damit alle gut hören und rätseln können. Es ist günstig, wenn sich die Gruppen vorher Gedanken machen, in welcher Reihenfolge sie ihre Geräusche präsentieren wollen, damit länger gerätselt werden kann. Wenn z.B. „Schule“ das Thema der Gruppe ist, dann ist es spannender, wenn eine Aufnahme des Schulgongs erst am Ende kommt. Um kleine Streitigkeiten zu vermeiden, kann beispielsweise jede_r der Gruppen ihre Geräusche nacheinander abspielen.

Für die Anderen heißt es in der Zwischenzeit – „Ohren spitzen!“ und raten!

Einige Gruppen haben sehr außergewöhnliche Geräusche gefunden, bei denen schwer zu erhören ist, was aufgenommen wurde. Es ist schön, wenn die Gruppen am Ende ihres Rätsels noch einmal erklären, welche Geräusche gerade gehört wurden und was sie sich dabei gedacht haben.

Beispiel für die Durchführung eines Workshops mit „Keezy“

In der Vorbereitung des Workshops werden Themen herausgesucht, anhand derer die Teilnehmenden in Kleingruppen ihre Geräusche sammeln.

Themen können z.B. sein:

  • Kochen
  • Freizeit
  • Gruseln
  • Schule
  • Einkaufen
  • etc.

Die konkrete Durchführung könnte folgendermaßen aussehen:

  • Begrüßung und Erläuterung des Vorhabens
  • Kurzer Einstieg in das Thema „Geräusche & Klänge“. Hier kann z.B. auf einem Flipchart oder auf der Tafel gesammelt werden, welche Arten von Klängen / Tönen / Geräuschen die Teilnehmenden kennen (z.B. laut, leise, hoch, tief, langsam, schnell, schrill, klar, dumpf…)
  • Erklärung der App „Keezy“. Vor allem bei größeren Gruppen und damit alle gut sehen und die Funktionen der App verstehen können, ist es sinnvoll, das Tablet oder Smartphone an einen Beamer mit Hilfe eines entsprechenden Adapters anzuschließen.
  • Gruppenbildung – möglichst nicht mehr als max. fünf Kinder in einer Gruppe
  • Thema ziehen – und streng geheim halten!
  • Geräusche sammeln
  • Präsentation und Erraten der Geräusche

Ein Geräuscherätsel-Workshop lässt sich, je nach Alter und Gruppengröße, in ca. 2 Stunden durchführen.

Benötigtes technisches Equipment 

  • Tablets (iPads mit der App „Keezy“)
  • Boxen (um die Geräusche besser hören zu können)
  • Beamer
  • Adapter iPad->Beamer
  • Flipchart / Tafel
Dieser Artikel steht unter der CC BY-SA 3.0 Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 international . Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Nicole Rauch für medienpaedagogik-praxis.de
Verfasst am 29.05.2018

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3 Kommentare

  1. Ulrich Tausend am 30.05.2018:

    Schöne Idee.
    Für welches Alter würdest du die Geräuschrätsel empfehlen?

  2. Michael am 06.06.2018:

    Eine sehr schöne App und schöne Ideen.
    Würde ich erst mal zuhause selbst ausprobieren wollen, leider bin ich im falschen Ökosystem. Gibt es eine Alternative für Android? (Auf der Keezey Webseite habe ich für die Android-Mailingliste angemeldet, um Interesse deutlich zu machen.)

  3. Dan Kliemann am 20.08.2018:

    Voll cool!
    Auch Danke an Uli für den Tipp.
    Vielen Dank für die niedrigschwellige Angebotsidee! Wird sobald wie möglich in der Praxis getestet. 😊

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