Lieblings-T-Shirts professionell mit Schneideplotter & Co. gestalten (Handbuch Making-Aktivitäten)

Mit Hilfe eines Schneideplotters werden Motive, die die Kinder selber entwerfen, aus Folie ausgeschnitten und anschließend mit dem Siebdruckverfahren auf T-Shirts gedruckt.

Setting mindestens ein großer Raum, der das Arbeiten mit PCs und Farben zulässt
Dauer 4-5 Stunden
Zielgruppe für Kinder ab 10 Jahren, Kenntnisse wie man einen Computer bedient sind von Vorteil, 10 Kinder (2 Betreuer)
Zielsetzung Kompetenzaufbau zum T-Shirt-Design vom Design-Entwurf der Motive durch die Kinder, Plotten der Vorlage und Übertragung auf den Stoff per Siebdruckverfahren
Notwendige Ausstattung Computer für die Kinder zur Bilderstellung, ggf. Bastelmaterialien und Digitalkamera und Bearbeitung nur an einem Computer mit der Software des verwendeten Schneideplotters (hier: Silhouette Cameo Studio), Schneideplotter (hier: Silhouette Cameo), Folien (hier: aufgetrennte Klarsichthüllen), Siebdruckrahmen, Holzrakel, deckende Textil-Farbe auf Wasserbasis, Verzögerer-Gel, Siebklebeband, Wäscheleinen und Wäscheklammern, Bügeleisen
Aufwand Materialbeschaffung aufwändig, kontinuierliche Betreuung während des Workshops

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Vorbereitung

Es gibt unterschiedliche Szenarien für die Umsetzung, die entsprechend vorbereitet werden müssen. So können die Kinder Vorlagen für die Druckvorlagen an Computern mit entsprechender Open-Source-Software (Bildbearbeitung) erstellen oder alternativ Vorlagen aus dunklem Papier ausschneiden und fotografieren, die Bilder können dann recht schnell in der Plotter-Software nachbearbeitet werden. Wenn die Entwürfe fertig sind, werden sie auf diesen „Plotter-PC“ übertragen (z.B. via W-Lan und Dropbox-Ordner oder USB-Stick) und dort geplottet.

Auch die reibungslose Software-Funktionalität sollte vor Beginn des Kurses getestet werden bzw. sollte die Software und Einstellung des Plotters vertraut sein (etwa 2 Stunden Einarbeitung).

Für den Schneideplotter sollte mindestens eine Ersatz-Klinge zur Verfügung stehen, falls die Schneidekraft nachlässt. Den Computer am Schneideplotter sollte jemand bedienen, der hier bereits Erfahrung mitbringt. Wenn der Raum es zulässt, bietet sich ein mittiger Tisch an, auf dem die Siebdruckrahmen und die Farben platziert werden können. Empfindliche Oberflächen sollten abgeklebt oder zugedeckt werden. Um die bedruckten Textilien trocknen zu können, sollten Wäscheleinen aufgehängt werden. Wenn Kleidungsstücke gestellt werden, so muss die gewünschte Konfektionsgröße der Kinder abgefragt werden.

Eine fachkundige Betreuung ist sinnvoll: bei der Durchführung in der Stadtbibliothek Köln wurde der selbstständige Anbieter Michael Winter (www.winterdienst.info) involviert, der von der Pädagogin Linnet Oster unterstützt wurde.

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Ablauf

Mit Hilfe der Software des Schneideplotters können die Kinder ihre Motive vorbereiten. Als Vorlagen kommen infrage: mitgebrachte Ideen (analog und digital), Fundstücke aus dem Internet (Vorsicht Urheberrecht), spontane Entwürfe ausgeschnitten aus Fotokarton und dann abfotografiert. Die Software des Schneideplotters erstellt die Umrisslinien. Daraus schneidet der Plotter die Motive aus Folie aus, sodass eine Schablone entsteht. Die Schablone wird auf den Stoff gelegt, das Sieb heruntergeklappt und die Farbe mit Hilfe des Rakels durch das Sieb hindurch auf das Textil gedruckt. Dann wird das Sieb hochgeklappt. Die Schablone haftet nun, wegen der feuchten Farbe, auf der Unterseite des Siebs und kann leicht entfernt werden, damit der nächste Teilnehmer sein eigenes Motiv drucken kann. Nach dem vollständigen Trocknen der Textilien wird die Farbe mit der Hitze eines Bügeleisens fixiert.

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Mögliche Varianten und Ergänzungen

Da der Vorbereitungsaufwand sehr groß ist und Kreativität auch Zeit benötigt, empfiehlt es sich, die Werkstatt für mehrere Tage zu planen oder ggf. bestehende Werkstätten zu nutzen. Allerdings sind diese häufig nicht für einen doch recht großen Andrang (es befanden sich ja tagsüber ca. 45 Personen in der Werkstatt) ausgestattet.

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Tipps und Tricks

Zu Beginn des Kurses wurden Baumwollbeutel mit einem vorbereiteten Motiv in Kleinserie gedruckt. Das ist ein guter Einstieg in den Workshop, weil die Teilnehmer direkt handwerklich aktiv sind und verstehen worum es geht. Die folgende Arbeit am Computer bekommt ein konkretes Ziel. Die Beutel sind zudem eine gute Alternative, insbesondere wenn die Konfektionsgrößen im Vorfeld nicht abgefragt werden können. Hier sollten nicht Standard-Stoffbeutel verwendet werden, sondern die aktuell angesagteren „Turnbeutel“ Achtung: hier gibt es große Preisgefälle bei den Anbietern).

Alternativ zum Siebdruckverfahren können mit Hilfe des Schneideplotters auch aufbügelbare Folien ausgegeschnitten werden. Diese Folien gibt es in vielen Farben, auch beflockt; allerdings sind sie mit Kosten von ca. 2,50 Euro je Folie relativ teuer. Auch ist darauf zu achten, dass die Motive spiegelver

kehrt angelegt sind. Für die Fixierung der Bügelfolie ist dann ein Bügeleisen notwendig, empfehlenswert ist jedoch die Nutzung einer Bügelpresse. Zudem empfiehlt es sich, den Kindern Cutter-Messer und entsprechende Unterlagen zum Auslösen der Folien zur Verfügung zu stellen.

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Raum für kreatives Gestalten

Der kreativste Aspekt ist die Erstellung des eigenen Motivs. Die Motivation, etwas eigenes oder selbst ausgesuchtes zum Druck zu finden ist sehr hoch. Das anschließende Plotten und Drucken bietet den Kindern die Möglichkeit, sich mit zumeist unvertrauten Techniken bekannt zu machen und kann die Flexibilität bei künftigen kreativen Prozessen erhöhen.

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Weitere Materialien dazu

Maker Kids in den Herbstferien – Video-Einblicke https://youtu.be/hTOphi_btI4
Siebdruck mit Schablonentechnik auf der Website von Michael Winter http://www.winterdienst.info/Siebdruck-mit-Schablonentechnik


cover_handbuch_klein Dieser Beitrag ist ein Ausschnitt aus dem Buch „Making-Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen. Handbuch zum kreativen digitalen Gestalten“ (herausgegeben von Sandra Schön, Martin Ebner und Kristin Narr, März 2016). Das Buch steht seit 1.3.16 komplett als PDF offen lizenziert zur Verfügung (http://bit.do/handbuch) und ist auch als Printausgabe im Buchhandel erhältlich (ISBN 9783739236582). Das Handbuch entstand im Rahmen einer Kooperation des BIMS e.V., der Technischen Universität Graz, von Kristin-Narr.de, des Medienpädagogik Praxisblog, des fsm e.V. und seinem Projekt „Medien in die Schule“ sowie mit Unterstützung der HIT-Stiftung.

Dieser Artikel steht unter der CC BY-ND 3.0 Creative Commons Namensnennung-KeineBearbeitung 3.0 international . Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Hans-Bodo Pohla für medienpaedagogik-praxis.de

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