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#NoHateSpeech: Liebesgrüße aus dem Bundestrollamt

„Wer das liest, ist nett.“ Mit dieser unaufgeregten, aber freundlichen Begrüßung werden wir auf der Kampagnenseite no-hate-speech.de empfangen. Die Initiative startete im Sommer 2016 mit dem Ziel, dem Hass im Netz mit „Counter Speech“ (Gegenrede) zu begegnen und dabei „laut und freundlich“ zu sein.

Zu diesem Zweck liefern die Website und die diversen Social-Media-Kanäle der Kampagne ein vielfältiges Angebot: Neben umfangreichen Informationen über Hate-Speech, gesetzliche Regelungen und Gegenmaßnahmen gibt es auch zahlreiche Anregungen, Materialien und Spielideen. Die Rubrik „Kontern“ hält eine große Auswahl an Memes, Gifs und Sprüchen zum Downloaden und Teilen bereit. Ein weiteres Highlight sind die Videos aus dem „Bundestrollamt für gegen digitalen Hass“, die bundesrepublikanischen Behördenmief imitieren und in denen die Beleidigungsdezernentin mahnt: „Hass ist keine Meinung, nicht mal im Internet.“

Insgesamt liefert die Kampagne hervorragende Anregungen für die pädagogische Praxis: Die Memes, Clips und Infos sind wertvolle Materialien für Workshops oder Unterrichtseinheiten zum Thema Hate-Speech, können aber ebenso gut über die eigenen Online-Kanäle geteilt werden. Da die Inhalte mit kreativer Leichtigkeit und feinsinnigem Humor aufbereitet sind, lässt sich die trockene und schwere Thematik unverkrampft anpacken.

Die europaweite Kampagne wird in Deutschland von den Neuen Deutschen Medienmachern umgesetzt. In einer Zeit, in der der Wahlkämpfe von Populist*innen mit emotionalen Online-Debatten befeuert werden, sind derartige Kampagnen unendlich wertvoll. Vielleicht können so einige Leute zum Nachdenken angeregt und Diskussionen beruhigt werden, und vielleicht nähern wir uns der vorgegebenen Utopie: „Weltfrieden, online“.

Björn Friedrich Kurzbio
Björn Friedrich arbeitet als Medienpädagoge im SIN - Studio im Netz, München, mit den Schwerpunkten Social Media, mobile Anwendungen und Games. Daneben ist er als Lehrbeauftragter an der Universität Augsburg und als Referent für Vorträge und Fortbildungen tätig. Zusammen mit Tobias Albers-Heinemann veröffentlichte er 2012 das "Facebook-Elternbuch" und 2014 das "Elternbuch zu WhatsApp, Facebook, YouTube & Co." (O'Reilly Verlag, Köln).

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