Die Medienpädagogik in Schulen auf dem Radar haben – wie kann das gehen?

Screenshot: https://www.medienradar.de/

Die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen verändert sich nach wie vor mit und durch mediale Einflüsse enorm und ist durch sie geprägt. Dabei ist es nicht immer leicht zu wissen, welche Trends gerade kursieren, welche Formate die Heranwachsenden besonders nutzen und wie all das aus Pädagog*innensicht einzuordnen ist. Deshalb ist es gerade in der Bildungs- und Jugendarbeit wichtig, Anlaufstellen zu kennen, die aktuelle Informationen und Materialien für die Lehre bereitstellen und um sich darüber hinaus über die Trends und Diskurse in verschiedenen Medienangeboten belesen zu können.

Wie ist die Seite aufgebaut und was kann man da machen?

Das Portal MEDIENRADAR richtet sich an Fachkräfte der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit und bereitet aktuelle Medienthemen auf, die die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen unmittelbar berühren. Die Inhalte der Plattform können für die eigene Information und Recherche, die Vorbereitung des Unterrichts, eines Workshops oder auch eines Themenabends in einer Jugendgruppe genutzt werden.

Um sich in der Fülle des Angebots orientieren zu können, hilft die Gliederung in vier Bereiche, in denen die einzelnen Inhalte aufbereitet sind: Dossiers, Hintergrundwissen, Mediensammlung und Lehrmaterial. Was genau dahinter steht, soll im Folgenden kurz beschrieben werden, um eventuelle Unklarheiten so zu beseitigen. Doch wer zuerst selbst einmal reinschauen will, findet über die URL https://www.medienradar.de/ zur Seite und kann dort anfangen zu stöbern.

Screenshot: https://www.medienradar.de/ (nicht unter freier Lizenz)

Dossiers

Die Dossiers behandeln unterschiedliche Schwerpunktthemen. Die thematischen Einheiten darin setzen sich aus Beiträgen der anderen drei Bereiche zusammen. Zum Zurechtfinden können dabei die farblichen Markierungen der Bereiche helfen, mit denen die einzelnen Beiträge jeweils versehen sind. Diese Art der Zuordnung wird, wenn man sich eine Weile auf dem Portal umgesehen hat, mehr und mehr intuitiv, sodass das Finden spezieller Themen erleichtert werden kann.

Zum Launch im November 2020 ging MEDIENRADAR mit diesen vier Dossiers an den Start:

  • Gangsta Rap – Zwischen Inszenierung und Street Credibility
  • Kulturelle und ethnische Diversität in den Medien
  • Hate Speech
  • Jugendmedienschutz in Deutschland – Zwischen Bewahren und Befähigen 
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hintergrundwissen/artikel/aussehen-und-partnerwahl (nicht unter freier Lizenz)

Hintergrundwissen

Wer sich über verschiedenste medienpädagogische Themen aus dem Alltag von Kindern und Jugendlichen belesen will, findet in diesem Bereich auf jeden Fall genug Material. 

Von Einträgen im sogenannten Medienlexikon, über Interviews und Artikel zu Trends in den Medien bis hin zu Features, in denen Kinder selbst zu Wort kommen, ist Verschiedenes zum Stöbern dabei. 

Tipp: Die dazugehörigen Beiträge sind jeweils gelb hervorgehoben.

Mediensammlung

Unter Mediensammlung gibt es Sammlungen, die nach zwei Medientypen geordnet werden: Playlists und Zahlen/Fakten. Die in den Playlists gesammelten Inhalte helfen, wenn man zu bestimmten Themen mediale Unterstützung in Form von Musik, Film und Fernsehen, Online-Formaten, Podcasts usw. sucht. Übergeordnete Titel geben eine Orientierung, in welcher Liste man suchen könnte. Die zweite Kategorie gefällt vermutlich allen Recherche-Muffeln, weil da ein anschaulicher erster Überblick zu verfügbaren Statistiken und Kennzahlen eines Themas gegeben wird, mit dem man weiterarbeiten kann und einem so dieser Part des Ausarbeitens erspart bleibt.

Screenshot: https://www.medienradar.de/mediensammlung/playlist/ethnisch-kulturelle-vielfalt-in-medienproduktionen (nicht unter freier Lizenz)

Tipp: Diese Beiträge sind jeweils an der grünen Hervorhebung zu erkennen.

Lehrmaterial

Der Bereich des Lehrmaterials ist so gestaltet, dass Lehrenden die Suche nach geeigneten Unterrichtsmaterialien so einfach wie möglich gemacht werden soll: das Lehrmaterial kann inhaltlich und thematisch durchsucht werden, aber auch nach Fächeranbindung oder Zielgruppe (Klassenstufe 7/8, 9/10 und 11/12) sortiert werden.

Screenshot: https://www.medienradar.de/lehrmaterial (nicht unter freier Lizenz)

Die Aufgaben-Sets bestehen aus mehreren, flexibel einsetzbaren Teilaufgaben und enthalten Unterrichtseinheiten, Arbeitsblätter mit Anregungen für Hausaufgaben und Homeschooling.

Auch praktisch: die Aufgaben-Sets stehen größtenteils unter Creative Commons Lizenzen und können somit problemlos weiterverwendet werden.

Tipp: Das Lehrmaterial erkennt man an den blauen Hervorhebungen.

Der Vorteil: Die meisten Bereiche kann man problemlos direkt nutzen, nur für manche Inhalte muss man sich zuvor als Lehrkraft registrieren.

Und was gibt es sonst zu sagen?

Es gibt noch eine weitere feste Kategorie, die hier Erwähnung finden soll, weil hier im Gegensatz zu den anderen Beiträgen nicht über Kinder und Jugendliche gesprochen wird, sondern sie selbst zu Wort kommen. Das Medienbarometer beinhaltet in Zusammenarbeit mit dem Medienprojekt Wuppertal entstandene Videos, in denen Kinder und Jugendliche ihre Sicht auf Medien beschreiben. Dabei werden Fragen wie „Sind Jugendschutzmaßnahmen aus ihrer Sicht sinnvoll? Wann ist eine Rapperin oder ein Influencer für sie authentisch? Was empfinden sie als Hate Speech und wie bereiten sie eigene Posts vor?“ von ihnen besprochen.

Die Seite ist für alle empfehlenswert, die grundlegende Informationen und Materialien für den Unterricht oder auch Workshops mit Kindern und Jugendlichen in der außerschulischen Arbeit suchen und noch nicht viel Vorwissen mitbringen oder dieses ausbauen wollen. Die Lehrmaterialien können dann nach den persönlichen Vorstellungen und Zielsetzungen für die eigenen Formate passend aufbereitet und verwendet werden.

Welche Organisationen stehen hinter dem Projekt?

MEDIENRADAR ist ein Projekt der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF). Der Aufbau des Angebotes wurde durch die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb gefördert. Partner*innen des Projekts sind die Clearingstelle Medienkompetenz der Deutschen Bischofskonferenz, die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) und das JFF – Institut für Medienpädagogik in Theorie und Praxis.