Ingame-Kommunikation

Wichtiges Tool zur Ingame-Kommunikation: Headset

Computerspiele sind mittlerweile fester Bestandteil medienpädagogischen Arbeitens und beliebter denn je. Gerade beim Online-Spielen werden oft externe Programme genutzt, damit sich die Spieler*innen untereinander austauschen können. Dabei geht es nicht immer nur um spielrelevante Infos und Team-Absprachen, sondern oftmals auch schlichtweg um den Arbeits- bzw. Schulalltag. Die aktuell beliebtesten Tools, die dafür genutzt werden, sind Teamspeak und Discord, die ich beide nachfolgend kurz vorstellen möchte.

Teamspeak:

Das Evergreen unter den Kommunikations-Tools gibt es bereits seit 2001 und ist aktuell in der 5. Version erhältlich. Mit Teamspeak sind Sprachkonferenzen mit mehreren Teilnehmenden gleichzeitig möglich, je nach Modell. Um es zu nutzen muss vorab ein Client, d.h. ein externes Programm zum Betreten des Servers, heruntergeladen werden. Teamspeak ist aktuell für folgende Plattformen verfügbar: Android, iOS, Linux, Mac, Windows.

Der Zugang zum jeweiligen Server erfolgt über den Reiter „Verbindungen“. Hier wird die Server-Adresse, ein Passwort (falls vorhanden) und der jeweilige Nutzername eingegeben. Ein eigener Server kann unter Teamspeak.com beantragt und eingerichtet werden. Die Basis-Lizenz für bis zu 32 Slots, die gleichzeitig an einem Gespräch teilnehmen können, ist kostenlos. Danach staffelt sich der Preis nach der Anzahl an Slots und der für virtuelle Server. Wer keine eigene Server-Hardware besitzt, kann sich auf der Seite teamspeak.com über geeignete Hosts informieren.

Teamspeak ist komplett auf Deutsch erhältlich und verfügt auch über ein Ingame-Overlay, das beim Spielen angezeigt werden kann. Die Sprachqualität ist gut und bleibt auch bei mehreren Gesprächspartner*innen stabil. Auf dem Server können verschiedene Räume / Kanäle eingerichtet werden, in denen auch Dateien ausgetauscht und gechattet werden kann. Für die Nutzung wird zwingend ein Headset empfohlen, um den Widerhall so gering wie möglich zu halten.

Discord:

Mit Discord lassen sich leicht eigene Server hosten, auf denen dann Kanäle für Sprach- oder Text-Kommunikation eingerichtet werden können. Die Basis-Version von Discord ist kostenlos. 2017 erschien die kostenpflichte Variante Discord Nitro, die neben der Kommunikationsfunktion auch ähnlich der Plattform STEAM zum Bezug von Spielen verwendet werden kann. Dieser Dienst kostet im Monat 9,99$. Die Light-Variante hiervon heißt Discord Nitro Classic für knapp 4,99$ im Monat. Spiele gibt es hier nicht, dafür Zusatzfunktionen zum bisherigen Chat-Repertoire: individuell gestaltbaren Emojis auch schnelleren Austausch von Dateien sowie die Möglichkeit, Videos mit UHD-Auflösung anzusehen.  

Die Server-Einrichtung ist denkbar einfach: In der App wird am seitlichen Menü-Rand über das + ein neuer Server erstellt. Anschließend wählt man Name, Server-Bild und den Standort und bestätigt mit „erstellen“. Zugang zum Server erfolgt über Linkfreigabe. In den Servereinstellungen können weitere Features verändern werden, z.B. Anzahl der Channel, Moderator*innen, Art der Channel (Text- oder Sprachchat) und Zutrittsbedingungen (Passwort, Moderation). Nach dem erstellen des Servers können verschiedenen Rollen (Admin, Moderator*in) vergeben werden, die dem/der Serverersteller*in überlassen bleiben. Wird ein Server nicht mehr benötigt, kann er problemlos über das Menü gelöscht werden. Auch für Discord wird ein Headset bzw. externes Mikro und /oder Kopfhörer empfohlen.

Mit Discord und Teamspeak sind zwei Tools auf dem Markt, die gezielt für die Kommunikation in Digitalen Spielen etabliert sind. Beide Tools halben ihre Vor- und auch Nachteile. Teamspeak eignet sich gut für spielinterne Kommunikation und lässt sich auch lokal hosten z.B. für LAN-Parties.

Knackpunkt hier ist definitiv der Kostenfaktor, der für das Einrichten und Betreiben eines externen Servers als auch die mobilen Apps anfällt (1,99 € Android / 5,49€ iOS). Auch das fehlen weiterer Features wie etwa der Video-Telefonie ist negativ anzumerken.

Discord wiederum braucht außer einer relativ stabilen Internet-Verbindung nur wenig Support und läuft flüssig, selbst mit mehreren Spieler*innen gleichzeitig. Neben Sprach-Chats via VoIP ist hier auch Video-Telefonie möglich. Die Bezug-Apps sind kostenlos und der Umstieg auf die Bezahlversionen ist nicht zwingend notwendig.

Fazit:

Wer einfach nur plaudern will beim Spielen und vielleicht schon Zugang zu einem existierenden Server hat, ist mit Teamspeak sicher gut bedient. Wer umfangreichere Funktionen nutzen will (Video-Telefonie) und keine Kosten für externe Server aufbringen mag, kann mit Discord punkten. Beide Tools eignen sich in der medienpädagogischen Praxis, um Kommunikationsprozesse innerhalb Digitaler Spiele aufzugreifen, anzuleiten und im Spiel zu reflektieren. Da innerhalb der Tools verschiedenen Rollen vergeben werden können (z.B. Moderator*in oder Admin) können jugendliche Spieler*innen auch Verantwortung für die Ingame-Kommunikation übernehmen und zeigen, dass sie souverän mit Hatespeach und anderen toxischen Gesprächsphänomenen innerhalb von Spielen umgehen können.

Dieser Artikel steht unter der CC BY-SA 3.0 Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 international . Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Romina Nölp für medienpaedagogik-praxis.de
Romina Nölp Kurzbio
Romina ist Sozial- und Medienpädagogin und beschäftigt sich mit den Schwerpunkten Digitale Spiele, digitales Lernen und der Medienethik.
Verfasst am 18.06.2019

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