eBooks selbst machen (4/4): iBooks Author und Book Creator

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Eine Artikelserie über eBooks in der Medienpädagogik wäre zur Zeit nicht vollständig, wenn darin nicht auch auf «iBooks Author» eingegangen würde. Schließlich ist Apples Software zur Zeit wohl mit das angenehmste und mächtigste Tool für die eBook-Erstellung: Das Programm ist intuitiv zu bedienen, bietet attraktive Vorlagen und macht es möglich auch Videos und interaktive Elemente in die Bücher einzubinden.

Gleichzeitig spiegelt iBooks Author das ganze Dilemma rund um eBooks (und wohl auch bewährte Strategien von Unternehmen im digitalen Bereich): Das eigentlich offene Format EPUB3 wird von Apple abgewandelt und einen quasi-eigenen Standard geändert, der dann nur noch von eigenen Geräten abgespielt werden kann. Damit kommen die Vorteile der Entwicklung nur Nutzer_innen von (neueren!) Apple-Geräten zu Gute. Und der Drang zu Apple-«Ökosystemen» (ein schöner Euphemismus für abgeschlossene Monokulturen), wo alle Geräte einer Institution von Apple stammen, wächst. Daher: So wie in «iBooks Author» sollte die eBook-Erstellung aussehen. Aber so lange die Software EPUB3 nicht offen unterstützt, hat sie meine Unterstützung ebenfalls nicht. 🙂

Eine weitere, komfortable Möglichkeit, eBooks zu erstellen, ist die App «Book Creator», die für iOS und Android verfügbar ist. Die App jongliert gut mit den verschiedenen Formaten und macht auch multimediale eBooks möglich, die dann aber nur auf Apple-Geräten lesbar sind. In der komfortablen Version kostet der BookCreator Geld, das aber recht gut angelegt ist.

Update (1.10.2015): Laut einem Artikel bei heise online unterstützt iBooks Author nun auch die offene Version des EPUB3-Formats. Ein begrüßenswerter Schritt.

Dieser Artikel steht unter der CC BY-SA 3.0 Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 international . Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Eike Rösch für medienpaedagogik-praxis.de
Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.
Verfasst am 17.02.2015

3 Kommentare

  1. Sabine Strauss am 17.02.2015:

    Bleibt zu hoffen, dass Apple sich in Sachen iBooks Author tatsächlich öffnet, das wäre ein Gewinn und würde die Entwicklung digitaler Bücher enorm voran treiben.

    Das ePub 3 Format hingegen lässt sich bereits problemlos auf jedem PC lesen. Mit dem Plugin „Readum“ für Google Chrome kann man also auch Bücher, die mit BookCreator erstellt wurden, mit allen multimedialen Inhalten anzeigen.
    Siehe auch: http://schule-ipad.de/?p=2912
    LG Sabine

  2. Sabine Strauss am 17.02.2015:

    Plugin heißt „Readium“ (zu schnell abgeschickt) 😉

  3. Christian am 23.02.2015:

    Vielleicht sollte man die Liste noch um den „Creative Book Builder“ ergänzen, den es sowohl für iOS als auch für Android gibt:
    http://getcreativebookbuilder.blogspot.de/

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