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	<title>Medienpädagogik Praxis-Blog &#187; Filtersoftware</title>
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	<description>Materialien, Methoden, Projektbeispiele, Tipps, Tricks und aktuelle Informationen für die medienpädagogische Praxis in Jugendarbeit und Schule.</description>
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		<title>JMStV reloaded – Strategien für einen akzeptablen Jugendmedienschutz (Teil 3)</title>
		<link>http://www.medienpaedagogik-praxis.de/2011/02/15/jmstv-reloaded-%e2%80%93-strategien-fur-einen-akzeptablen-jugendmedienschutz-teil-3/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Feb 2011 05:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>GastautorIn</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Reitet das Netzpferdchen! Internetführerscheine sind die offline-Variante von Quiz-Spielen auf Webseiten der Jugendschutz-Agenturen. Medienführerscheine haben Konjunktur als Verschulungsversuch der Medienerziehung. Statt Medienkompetenz in Kritik und Praxis selbst aneignend zu erarbeiten, soll der „Stoff“ zwischen Buchdeckeln gepackt, klassisch gelehrt und abgeprüft werden. Gerade die sonst beispielhaften Medienkompetenz-Initiativen in Rheinland-Pfalz (zB. diese und diese) werden gekontert mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>
<div id="attachment_1988" class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><img class="size-full wp-image-1988" title="JMStV und Jugendmedienschutz in der Medienpädagogik" src="http://www.medienpaedagogik-praxis.de/wp-content/uploads/2011/02/20110215jmstv.jpg" alt="JMStV und Jugendmedienschutz in der Medienpädagogik" width="240" height="150" /><p class="wp-caption-text">&quot;sea-horse inflatably&quot; von twicepix auf flickr.com</p></div>
<p>Reitet das Netzpferdchen!</h3>
<p>Internetführerscheine sind die offline-Variante von Quiz-Spielen auf Webseiten der Jugendschutz-Agenturen.</p>
<p>Medienführerscheine haben Konjunktur als Verschulungsversuch der Medienerziehung. Statt Medienkompetenz in Kritik und Praxis selbst aneignend zu erarbeiten, soll der „Stoff“ zwischen Buchdeckeln gepackt, klassisch gelehrt und abgeprüft werden. Gerade die sonst beispielhaften Medienkompetenz-Initiativen in Rheinland-Pfalz (zB. <a title="zum Landesfilmdienst RLP e.V." href="http://www.lokal-global.de" target="_blank">diese</a> und <a title="zu medien+bildung.com" href="http://medienundbildung.com" target="_blank">diese</a>) werden gekontert mit einem verpflichtenden (!) <a title="zum Artikel" href="http://www.zachseinblog.de/index.php/2010/12/29/kurz-uwhcdzt-internetfuhrerschein-fur-kinder-in-rheinland-pfalz/" target="_blank">Surf-Führerschein</a>, mit dem Schüler ihre Fähigkeiten unter Beweis (!) stellen sollen. Ein Curriculum gibt es freilich noch nicht. Wohl aber <a title="zum Artikel" href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wie-die-print-lobby-kinder-indoktriniert/" target="_blank">Verleger-Interessen</a> um das <a title="zum Artikel" href="http://gutjahr.biz/blog/2011/02/bloggen-ist-das-neue-blond/" target="_blank">„richtige“ Medienbild</a> zu vermitteln – nicht nur in Bayern. Auch in NRW klopfen bereits die Schulbuchverlage an der Tür der Staatskanzlei, die von <a title="zur Website" href="http://www.eumann.de" target="_blank">Marc Jan Eumann</a> versprochene Einbeziehung von medienpädagogischen Institutionen in der Ausgestaltung der im <a title="zum Dokument" href="http://www.nrwspd.de/db/docs/doc_30009_2010713112745.pdf" target="_blank">Koalitionsvertrag</a> vereinbarten <a title="zum Artikel" href="http://www.netzpolitik.org/2010/nrw-medienkompetenzland-dank-jmstv-und-schwimmausweis/" target="_blank">Netzpferdchen</a>-Initiative steht weiterhin aus.<span id="more-1986"></span></p>
<p>Wir müssen vielmehr eine „Therapie“ befürchten, wie sie von der SPD seit 2009 auch beschlossenes <a title="zum Artikel" href="http://www.carsten-poerksen.de/presse/archiv-presseberichte-2009/092009-spd-pressestelle-46.html" target="_blank">Bundesprogramm</a> ist. Schämt euch hierfür:</p>
<p><em>„Zugleich ist zu konstatieren: Die Auflagen und Reichweiten der regionalen Tageszeitungen sinken kontinuierlich &#8211; und im Ergebnis &#8211; dramatisch. Vor allem Jüngere verzichten immer häufiger auf die Nutzung  der Tageszeitung. Dies bestätigt die aktuelle JIM-Studie 2008. Auf die  Frage, auf welches Medium Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren am  wenigsten verzichten können, hat das Internet das Fernsehen mit 29  Prozent zu 16 Prozent deutlich hinter sich gelassen. Das Schlusslicht bilden die Tageszeitungen.“</em></p>
<p><em>„Lediglich drei Prozent der Jugendlichen  erklären die Tageszeitung zum Favoriten. Im Jahr 2000 waren es immerhin noch 9 Prozent &#8211; und das Fernsehen war in jenem Jahr mit 34 Prozent einsamer Spitzenreiter.“</em></p>
<p><em>„Keine Patentrezepte &#8211; aber Nichtstun wäre genau das Falsche!“</em></p>
<p><em> </em><em>„Wie lässt sich dieser Trend stoppen, wenn er sich schon nicht umkehren lässt? Ein Patentrezept gibt es nicht. Aber deshalb sollte nicht auf  alle <strong>Therapiemöglichkeiten</strong> verzichtet werden. So könnte die Zeitung  integraler Bestandteil des Unterrichts und der Ausbildung werden. Aus  einzelnen, hervorragenden Projekten wie „ZeitungsZeit“ oder „Zeitung in  der Schule“ müssen flächendeckende und verbindliche Angebote an allen  Schulen werden (vgl. dazu: Rager/Schäder: ZeitungsZeit &#8211; Nachrichten für die Schule. Evaluationsbericht 2008). In diesen Kontext gehört auch das Thema Medienkompetenz. Angesichts der Vielzahl verfügbarer Quellen  geht es um die Fähigkeit des Einzelnen, gezielt Informationen aus der Datenflut herauszufiltern, diese einzuordnen und zu bewerten (vgl. dazu: Medienkompetenz 2.0 &#8211; Impulse für eine vernetzte Bildungs- und  Medienpolitik, Beschluss auf dem Hamburger SPD-Parteitag 2007).“</em></p>
<p><a title="zum Twitter-Stream" href="http://www.twitter.com/sixtus" target="_blank">Mario Sixtus</a> twitterte zum Thema treffend: „Auffällig, dass nur die von einem Internetführerschein phantasieren, die selbst durch die Prüfung rasseln würden.“ (<a title="zum Tweet" href="http://twitter.com/#!/sixtus/status/27761834643685377" target="_blank">Quelle</a>)</p>
<h3>Perspektiven und Strategien für den erneuten JMStV-Novellierungsprozess</h3>
<ul>
<li>Es ist deutlich sichtbar, dass noch mehr Lobbyarbeit für demokratische Netzinteressen notwendig wird. Leider gibt es hierfür keinen Finanzier, es bleibt beim unverzichtbaren ehrenamtlichen Engagement.</li>
<li>Zwar bemüht sich die KJM im Titel zu ihren <a title="zu den KJM-Veranstaltungen" href="http://www.kjm-online.de/de/pub/aktuelles/veranstaltungen.cfm" target="_blank">JMStV-Veranstaltungen</a> „transparent“ zu sein, allerdings ist ein transparente Verhandeln des JMStV nicht wahrnehmbar. Die unverzichtbare Transparenz des Novellierungsprozesses und eine ernsthafte Beteiligung an den Verhandlungstischen und Gremien ist unmissverständlich und nachdrücklich einzufordern! Dieser Forderung können sich gleich die Länder-Parlamente und Landes-Parteien anschließen. Eine frühzeitige Einbindung vermeidet ein wiederholtes spätes Scheitern der Novellierung.</li>
<li>Die bisherigen Verlautbarungen der Parteien sind zu überprüfen und eindeutige Positionen einzufordern. Solange Jugendschutz Ländersache ist, sollte Jugendmedienschutz auch ein Wahlkampfthema in den Ländern sein– Landtagswahlen gibt  es in 2011 ja reichlich. Die Piratenpartei stimmt bereits ein <a title="zum Papier" href="https://lqfb.piratenpartei.de/pp/initiative/show/1208.html" target="_blank">Positionspapier</a> zum JMStV ab.</li>
<li>Eine verstärkte Mobilisierung von Eltern, Schülern, Lehrern, (Medien-)Pädagogen und Jugendarbeitern ist notwendig um die Auseinandersetzung breiter aufzustellen. Sie sollten auch zur inhaltlichen Ausgestaltung von Medienführerscheinen angesprochen und einbezogen werden.</li>
<li>Die <a title="zur Website" href="http://re-publica.de/11/" target="_blank">re:publica</a> und das <a title="zur Website" href="http://politcamp.org" target="_blank">Politcamp</a> sollten noch stärker das JMStV-Thema aufgeifen und Medienkompetenz und „Medienführerscheine“ diskutieren.</li>
<li>Alternative Jugendschutz-Software-Initiativen nach dem crowdsourcing-Modell sollten Unterstützung erfahren und ebenso als „Jugendschutzprogramm“ bezeichnet und anerkannt werden. Die Aktivitäten von <a title="zum Twitter-Stream" href="http://www.twitter.com/mrtopf" target="_blank">@mrtopf</a> unter <a title="zur Website" href="http://werateit.de" target="_blank">werateit.de</a>, <a title="zum Twitter-Stream" href="http://www.twitter.com/henningtillmann" target="_blank">@henningtillmann</a>, <a title="zum Twitter-Stream" href="http://www.twitter.com/kinkon" target="_blank">@kinkon</a> und <a title="zum Twitter-Stream" href="http://www.twitter.com/elternansnetz" target="_blank">@elternansnetz</a> sind erfreuliche Ansätze, die Mut machen und neue Wege für einen innovativen Jugendschutz unter Mitwirkung aller zu Beteiligenden eröffnen.</li>
<li>Kritisch zu hinterfragen ist die Rolle der <a title="zur Website" href="http://www.bundespruefstelle.de/bpjm/root.html" target="_blank">BPjM</a> im Novellierungsprozess. Hier sollte nicht nur die Bundespolitik die veränderte Ausrichtung mehr thematisieren.</li>
<li>Und, wird der neue <a title="zur Website der BLM" href="http://www.blm.de/de/pub/root.cfm" target="_blank">BLM</a>-Präsident auch wieder <a title="zur Website" href="http://www.kjm-online.de" target="_blank">KJM</a>-Vorsitzender? Eine Kandidatin ist <a title="zum Twitter-Stream" href="http://www.twitter.com/gabrieleausla" target="_blank">Gabriele Goderbauer-Marchner</a>, die in ihrem Blog (!) Herausforderungen für die BLM in der <a title="zum Artikel" href="http://gabriele-goderbauer-marchner.de/2011/02/08/herausforderungen-fur-die-blm-kommunikationsrevolution/" target="_blank">Kommunikationsrevolution</a> nennt. U.a. die Aussage &#8220;Die Mediennutzer haben auch ein Anrecht auf Qualität im Internet.&#8221; gibt den Hinweis wachsam zu bleiben.</li>
</ul>
<p>Ich freue mich auf auf eure Unterstützung bei der digitalen Ausgestaltung einer lebendigen Gesellschaft!</p>
<h3>Lizenz</h3>
<p>Dieser Artikel steht unter einer <a title="zur Lizenz" href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank">CC-Lizenz</a> und kann unter bestimmten Bedingungen frei verwendet werden.</p>
<p><em><img class="alignleft" title="Jürgen Ertelt" src="http://www.medienpaedagogik-praxis.de/wp-content/uploads/2011/02/juergenertelt.jpg" alt="Jürgen Ertelt" width="73" height="73" />Dies ist ein Gastbeitrag von Jürgen Ertelt. Der Autor (*1957) ist Sozial- und Medienpädagoge, arbeitet als Koordinator bei jugendonline.eu. Dort ist er u.a. für das Netzwerk netzcheckers.net verantwortlich.<br />
Als Webarchitekt und Autor entwirft er Community-Software für die pädagogische Arbeit. Zur Zeit arbeitet er an Angeboten im Bereich mobiles Lernen mit digitalen Medien.</em></p>
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</ul>
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		<title>JMStV reloaded – Strategien für einen akzeptablen Jugendmedienschutz (Teil 2)</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Feb 2011 05:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>GastautorIn</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schnittchen in Sicht &#8211; Veranstaltungen zum JMStV Derzeit ist der “alte” Jugendmedienschutz-Staatsvertrag in Kraft. Deshalb gelten auch Sendezeiten für Alter eingeschränkte TV-Inhalte oder Film-Trailer in den Mediatheken und auf Kino-Webseiten. Es gilt also weiterhin konstruktiv den JMStV in die Kritik zu nehmen und Alternativen zu diskutieren. Nach der gescheiterten Novellierung sind natürlich die mit dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>
<div id="attachment_1985" class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><img class="size-full wp-image-1985" title="Der JMStV und die Medienpädagogik" src="http://www.medienpaedagogik-praxis.de/wp-content/uploads/2011/02/20110214jmstv.jpg" alt="Der JMStV und die Medienpädagogik" width="240" height="150" /><p class="wp-caption-text">&quot;322/365: Montownia Theatre&quot; von Magic Madzik auf flickr.com</p></div>
<p>Schnittchen in Sicht &#8211; Veranstaltungen zum JMStV</h3>
<p>Derzeit ist der “alte” Jugendmedienschutz-Staatsvertrag in Kraft. Deshalb gelten auch Sendezeiten für Alter eingeschränkte TV-Inhalte oder Film-Trailer in den Mediatheken und auf Kino-Webseiten. Es gilt also weiterhin konstruktiv den JMStV in die Kritik zu nehmen und Alternativen zu diskutieren. Nach der gescheiterten Novellierung sind natürlich die mit dem JMStV verbundenen Lobby-Interessen oder Regulierungsansprüche nicht zwingend anders.</p>
<p>Leider ist zu beklagen, dass offenbar die Befürworter nichts ernsthaft von der bisher ausgeführten Kritik in ihren weiteren Diskussionen reflektiert aufnehmen oder thematisieren. Die <a title="zur Website" href="http://www.kjm-online.de" target="_blank">KJM</a> titelte ihre <a title="zur Pressemitteilung" href="http://www.kjm-online.de/de/pub/aktuelles/pressemitteilungen/pressemitteilungen_2011/pm_012011.cfm" target="_blank">Veranstaltung am 28.1.11</a> als Fachgespräch zu <a title="zur Website" href="http://kjm.ip-streaming.net/JMStV2011/110128/Jugendschutzprogramme.php" target="_blank">L</a><a title="zur Website" href="http://kjm.ip-streaming.net/JMStV2011/110128/Jugendschutzprogramme.php" target="_blank">ösungsansätzen für Jugendschutzprogramme</a>.  Eine andere Sicht war nicht erwünscht, allein <a title="zum Twitter-Stream" href="http://www.twitter.com/alvar_f" target="_blank">Alvar Freude</a> war als Alibi-Vertreter der „Netzaktivisten“ aufs Podium geladen um auf ihn den Frust über den gescheiterten JMStV-E zu projizieren. Parteipolitische Vertreter sind auch nicht auf den KJM-Podien erwünscht, obwohl gerade jetzt ein politischer Aushandlungsprozess um den Jugendschutz stattfinden müsste. Die magere Einbindung der Kritiker und der Politik lassen jetzt schon einen „JMStV reloaded“-Prozess für 2011 befürchten.<span id="more-1983"></span></p>
<p><a title="zur Website" href="http://www.netzpolitik.org" target="_blank">Netzpolitik.org</a> fragt danach, <a title="zum Artikel" href="http://www.netzpolitik.org/2011/jugendmedienschutz-und-wie-gehts-weiter/" target="_blank">wie&#8217;s weiter geht</a> und listet die nächsten drei Veranstaltungen auf:</p>
<ul>
<li>Am 15.2.11 laden <a title="zur Website" href="http://fsf.de" target="_blank">FSF</a> und <a title="zur Website" href="http://fsm.de" target="_blank">FSM</a> zum „<a title="zur Einladung" href="http://fsf.de/fsf2/aktivitaeten/veranstaltungen/medienimpuls/2011/mi_2011_02_15_jugendschutz.html" target="_blank">Medienimpuls</a>“ ein, der als einzigen kritischen Podiumsgast <a title="zum Twitter-Stream" href="http://www.twitter.com/corona100" target="_blank">Holger Bleich</a> verzeichnet.</li>
<li>Am 18.2.11 lädt die Fraktion der Grünen im Landtag NRW zum <a title="zur Einladung" href="http://www.gruene.landtag.nrw.de/cms/default/dok/367/367119.zukunftsfaehigen_jugendmedienschutz_geme.html" target="_blank">Podium</a> zu einem „zukunftsfähigen Jugendmedienschutz“ mit u.a. Alvar Freude ein.</li>
<li>Am 18.3.11 wird sich <a title="zum Twitter-Stream" href="http://www.twitter.com/rastadler" target="_blank">Thomas Stadler</a> zu den „<a title="zur Veranstaltung" href="http://www.kjm-online.de/de/pub/aktuelles/veranstaltungen/reset_-_anforderungen_an_eine.cfm" target="_blank">Anforderungen an einen neuen JMStV</a>“ wacker einbringen.</li>
</ul>
<p>Es bleibt bei klassischen Podien-Veranstaltungen, ein <a title="zum Wikipedia-Artikel" href="http://de.wikipedia.org/wiki/BarCamp" target="_blank">Barcamp</a> zum Jugendmedienschutz wartet auf einen initiativen Veranstalter.</p>
<h3>Arge Argumente</h3>
<p>Zur aufmerksamen und kritischen Begleitung der Veranstaltungen lohnt es, sich der bisher sichtbaren Argumentationslinien der JMStV-Protagonisten anzunehmen.Vieles kann man schon fast nicht mehr ertragen, einiges ist „<a title="Wikipedia zu &quot;RTL Samstag Nacht&quot;" href="http://de.wikipedia.org/wiki/RTL_Samstag_Nacht" target="_blank">gefickt eingeschädelt</a>“:</p>
<ul>
<li>Es wird voraussetzend impliziert, dass man als Kritiker gegen Jugendschutz sei (obwohl in jeder Kritik das wie und nicht das ob infrage gestellt wurde).</li>
<li>Es wird postuliert, dass etwas getan werden muss, man überhaupt was tun muss, es besser als nichts sei, besser restriktiver als gar nicht, dass man nicht nichts machen kann und dass das eine machen nicht das andere nicht lassen heißt. Hingegen zielt die Kritik darauf, die veränderten gesellschaftlichen Bedingungen für Jugendmedienschutz zu analysieren und mit Bedacht tragfähige Alternativen zu gestalten. Bis dahin sollte man besser nichts tun als Falsches tun.</li>
<li>Es wird <a title="zu alternativlos.org" href="http://alternativlos.org" target="_blank">alternativlos</a> wiederholt, dass es keine Alternativen zu sog. &#8220;Jugendschutzprogrammen&#8221; gibt. Dabei wird argumentationslos unterstrichen, dass „Jugendschutzprogramme“ keine Filterprogramme seien %/ . Vernachlässigt wird dabei der bisher fehlende Kriterienkatalog für eine Programm-Anerkennung durch die KJM, der vermutlich erst nach den Aspekten eines fertig gestellten Programms „transparent“ erstellt wird. Es muss an dieser Stelle festgestellt werden, dass das <a title="zum JuSchG" href="http://www.jugendschutzaktiv.de/das_jugendschutzgesetz/gesetzestext/dok/59.php" target="_blank">Gesetz</a> nicht zwangsläufig Jugendschutzprogramme verlangt, sondern andere Maßnahmen zulässt. Hierzu gehören auch präventive Möglichkeiten, die engagierter erarbeitet werden müssen. Auch ist die oft wiederholte Ableitung der Notwendigkeit von „Jugendschutzprogrammen“ von der <a title="zum Grundgesetz" href="http://www.bundestag.de/dokumente/rechtsgrundlagen/grundgesetz/gg_01.html" target="_blank">Verfassung</a> (!) eine „blendende“ Grundgesetz-Interpretation.</li>
<li>Werden medienpädagogische Überlegungen zur Medienkompetenz-Stärkung von Kritikern eingebracht, hallt direkt der Ausruf &#8220;Medienpädagogik ist kein Jugendschutz&#8221; (u.a. Weigand am 28.1.11) ohne auch nur einen Moment der Notwendigkeit der immanenten Einbindung pädagogischer Begleitung in Gebots- oder Verbotsprozessen Rechnung zu tragen.</li>
<li>Interessant und trickreich auch der Argumentationsstrang wie er von <a title="zu Jugendschutz.net" href="http://www.jugendschutz.net" target="_blank">Friedemann Schindler</a> geführt wird: Da das Internet sowieso schon an vielen Stellen gefiltert wird (z.B. durch Suchmaschinen) und wir uns selbstverständlich Spam- und Virenschutzprogrammen bedienen, sind „Jugendschutzprogramme“ eine  natürliche Option um mit dem Internet &#8482; zurecht zukommen. Die <a title="zur Präsentation" href="http://www.kjm-online.de/files/pdf1/Prsentation_Schindler_Jugendschutzprogramme_28_01_11.pdf" target="_blank">Präsentation</a> seiner Argumente unterschlägt, dass Suchmaschinen vom Nutzer alternativ auszuwählen sind, Virenfilter nach willentlicher Installation und Einstellung allein schädlichen Code (keine Inhalte!) aufspüren, anzeigen und löschen, und Spam-Filter vom Nutzer definierte Belästigungen nach eigener Vorgabe und Aktivierung sondieren.</li>
<li>Einfältig kommt der Verweis auf die ausschließliche Anbieterkennzeichnung daher: „Wer soll´s besser wissen“. Erneut wird, abgesehen von der damit verbunden Zufälligkeit qualifizierter Einschätzungen, die erzieherische Verantwortung und die begleitete Selbsteinschätzung des jugendlichen Nutzers ignoriert.</li>
<li>Grandios ist das Bemühen von Verkehrsregeln-Metaphern in Zeiten von Stoppschild-Diskussionen. So wird zwar Verkehrserziehung – als Synonym für (freiwillige) Medienpädagogik – zugestanden, aber nicht als Bedingung zum Abbau von Verkehrszeichen (= Filterprogramme)  und -Regeln zugelassen. Also: Sperren statt Stärken. Das postulierte Ineinandergreifen von Medienerziehung und technischen Jugendschutz ist nach jetzigem JMStV-Diskussionstand noch weit entfernt von der geforderten Implementierung von Medienpädagogogik als Bestandteil von Jugendschutz</li>
</ul>
<p>In einer <a title="zur PM" href="http://www.kjm-online.de/de/pub/aktuelles/pressemitteilungen/pressemitteilungen_2011/pm_032011.cfm" target="_blank">Pressemitteilung</a> der KJM  heißt es  „Chancen von Jugendschutzprogrammen nicht verspielen“. Mit den bisherigen, leicht zu entlarvenden Argumenten, haben die unerwünschten Kritiker mindestens ein Bonus-Spiel frei.</p>
<h3>Studien studieren!</h3>
<p>Gerne werden Studien zu Jugend und Medien zur Untermauerung von z.T. dürftiger Argumente herangezogen. Aktuell wird besonders die vom <a title="zur Website" href="http://www.bitkom.org" target="_blank">Bitkom</a> veröffentlichte Studie „<a title="zur Studie" href="http://www.bitkom.org/66700_66689.aspx" target="_blank">Jugend 2.0</a>“ als Begründung für den Wunsch von mehr als ¼ der Jugendlichen nach „Jugendschutzprogrammen“ hervorgeholt. Es wird passend überinterpretiert. Die Erwartung an mehr Jugendschutz kann ebenso den Wunsch nach mehr elterlicher und pädagogischer Begleitung bedeuten, ein Verlangen nach Filterprogrammen ist darin monokausal nicht zu erkennen. Gleichwohl wird auch nicht das vermeintlich wissenschaftliche Setting der von Bitkom beauftragten Befragung hinterfragt. Die wissenschaftlichen Bedingungen der Untersuchung sind jedenfalls nicht aus deren Publikation zu erfahren.</p>
<p>Zurecht hat <a title="zum Twitter-Stream" href="http://www.twitter.com/einfachben" target="_blank">Benjamin Stöcker</a> in einer Mail-Diskussion darauf verwiesen, dass man selber die Deutungshoheit bei gelieferten Daten einfordern muss. So ist es natürlich eine andere, treffendere Aussage, dass ¾ der befragten Jugendlichen nicht nach Jugendschutz rufen, und so weiter in ihrem selbst eingeschätzten kompetenten Umgang mit dem Netz gestärkt werden sollten um andere unsichere Peers zu unterstützen.</p>
<p>Eine kritische umgekehrte Betrachtung der Zahlenspiele empfiehlt sich ebenso bei der <a title="zur PM" href="http://www.mpfs.de/fileadmin/KIM-pdf10/PM2_2011.pdf" target="_blank">angekündigten</a><a title="zu den Studien" href="http://www.mpfs.de/index.php?id=10" target="_blank"> KIM-Studie</a>.</p>
<p>Weniger Unheil verkündende Studien wie die <a title="zur Website" href="http://www.eukidsonline.de" target="_blank">EU-Kids</a>-<a title="zur Untersuchung" href="http://www.hans-bredow-institut.de/webfm_send/554" target="_blank">Untersuchung</a> werden auffallend weniger zitiert. Versteckt wird die <a title="zur Studie" href="http://www.jff.de/?RUB_ID=5&amp;NAV_ID=35" target="_blank">Akzeptanz-Studie</a> des <a title="zur Website" href="http://www.JFF.de" target="_blank">JFF</a>, die Teil der JMStV-Evaluation war und in der Novellierungsdiskussion schlicht ausgeblendet wurde und wird.</p>
<h3>Lizenz</h3>
<p>Dieser Artikel steht unter einer <a title="zur Lizenz" href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank">CC-Lizenz</a> und kann unter bestimmten Bedingungen frei verwendet werden.</p>
<p><em><img class="alignleft" title="Jürgen Ertelt" src="http://www.medienpaedagogik-praxis.de/wp-content/uploads/2011/02/juergenertelt.jpg" alt="Jürgen Ertelt" width="73" height="73" />Dies ist ein Gastbeitrag von Jürgen Ertelt. Der Autor (*1957) ist Sozial- und Medienpädagoge, arbeitet als Koordinator bei jugendonline.eu. Dort ist er u.a. für das Netzwerk netzcheckers.net verantwortlich.<br />
Als Webarchitekt und Autor entwirft er Community-Software für die pädagogische Arbeit. Zur Zeit arbeitet er an Angeboten im Bereich mobiles Lernen mit digitalen Medien.</em></p>
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		<title>Jugendmedienschutz-Staatsvertrag &#8211; ein Ungetüm stolpert über die Internet-Evolution</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Feb 2011 05:00:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>GastautorIn</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Strategien für einen akzeptablen Jugendmedienschutz (Teil 1) Eine kurze Zusammenfassung von Jürgen @Ertelt Der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) sollte zum 1. Januar 2011 novelliert werden. Die entsprechende Entwurfsfassung wurde durch die Ministerpräsidentenkonferenz ausgehandelt und lag als intraföderaler Staatsvertrag den einzelnen Länderparlamenten im Laufe des Jahres 2010 zur Abstimmung vor. Die Novellierung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages [1] ist kurz vor Ablauf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Strategien für einen akzeptablen Jugendmedienschutz (Teil 1)</h3>
<p>Eine kurze Zusammenfassung von Jürgen <a title="zum Twitter-Account" href="http://www.twitter.com/ertelt" target="_blank">@Ertelt</a></p>
<div id="attachment_1972" class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><img class="size-full wp-image-1972" title="Der JMStV und die Medienpädagogik" src="http://www.medienpaedagogik-praxis.de/wp-content/uploads/2011/02/20110208jmstv.jpg" alt="Der JMStV und die Medienpädagogik" width="240" height="150" /><p class="wp-caption-text">&quot;untitled&quot; von &quot;/&lt;&quot; auf flickr.com</p></div>
<p>Der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) sollte zum 1. Januar 2011 novelliert werden. Die entsprechende Entwurfsfassung wurde durch die Ministerpräsidentenkonferenz ausgehandelt und lag als intraföderaler Staatsvertrag den einzelnen Länderparlamenten im Laufe des Jahres 2010 zur Abstimmung vor.</p>
<p>Die Novellierung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages [<a title="zum Text" href="http://www.telemedicus.info/article/1878-Lesefassung-des-Jugendmedienschutz-Staatsvertrags-2011.html" target="_blank">1</a>] ist kurz vor Ablauf der Ratifizierungsfrist im Dezember 2010 gescheitert. Gut so. Das aktuelle Interesse an dem Thema und die damit verbundene Möglichkeit zur breiten Diskussion sollte nun genutzt werden, um alle Betroffenen an einer grundsätzlichen Reformierung des Jugendmedienschutzes zu beteiligen.<span id="more-1970"></span></p>
<h3>Kritik an der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag-Novellierung</h3>
<p>Die Kritik <em>(unten verlinkt)</em> am abgelehnten Novellierungentwurf des JMStV zeigt, welche Probleme jetzt dringend diskutiert werden müssen:</p>
<div id="magicdomid14">
<ul>
<li>Der klassische Rundfunk-Begriff mit seiner Sender/Empfänger-Trennung darf nicht kurzsichtig auf das interagierende Internet übertragen werden: Die kommunikativen Besonderheiten des Internets, an dem sich jeder als Sender und Empfänger beteilligen kann, müssen berücksichtigt werden. Sendezeitsperren sind in der globalen Internet-Struktur mit unterschiedlichen Zeitzonen nicht zielführend.</li>
<li>Netzsperren durch lokale Filterprogramme bieten keinen echten Jugendschutz. Blacklists und Whitelists sind technisch über Proxys (Zwischenspeicher, die die Anzeige von Webseiten umleiten) umgehbar [<a title="zum Text als PDF" href="http://www.achim-mueller.org/images/jmstv_piraten.pdf" target="_blank">2</a>]. Gesetze dürfen aber Erziehungsberechtigten keine Sicherheit suggerieren, die de facto durch die Regelung gar nicht gewährleistet wird.</li>
<li>Alterseingruppierungen durch Inhalte-Anbieter können ohne besondere Qualifizierung nicht erbracht werden. Sie führen zudem zu Overblocking (Labeling für eine höhere Altersstufe) und zu Chilling-Effects (Verzicht auf Veröffentlichung) und damit zu Netzkultur-Verlust. Die im JMStV-Entwurf ausgesprochene Freiwilligkeit zur Kennzeichnung war faktisch im Grunde nicht gegeben.</li>
<li>Auf das Internet zielende Jugendschutzregelungen dürfen Jugendmedienarbeit nicht behindern, kommerzielle Anbieter dürfen nicht bevorzugt werden und Lobby-Interessen dürfen nicht das Regulat des Jugendschutzes sein. Die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur fragte in ihrer Resolution zum JMStV [<a title="zum Text" href="http://gmkblog.de/?p=393" target="_blank">4</a>] zu Recht: &#8220;Wird die Jugendmedienarbeit durch den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag zukünftig behindert?&#8221; Der Entwurf ließ ein Zweiklassen-Netz zugunsten kommerzieller Anbieter befürchten. Eine solche Kommerzialisierung des Netzes durch Bevorzugung geschäftlicher Anbieter liefe den Ansprüchen der freiheitlichen Nutzung des Internets zuwider und muss daher in der zukünftigen Diskussion ausgeschlossen werden.</li>
<li>Vertragsfindungsverfahren müssen öffentlich einsehbar sein und alle betroffenen Akteure sinnvoll einbinden. Das Verfahren zum JMStV war kaum transparent und für Laien nicht nachvollziehbar. Selbst juristisch fundierte visualisierte Interpretationen [<a title="zum Flow-Chart" href="http://spreerecht.de/jugendschutz/2010-12/flow-chart-zum-neuen-jugendmedienschutz-staatsvertrag-jmstv" target="_blank">3</a>] konnten die Komplexität des Entwurfs nicht auffangen. Eine Einbeziehung der eigentlich Betroffenen &#8211; Eltern, Jugendliche, privat publizierende Nutzer und deren Interessenvertreter &#8211; erfolgte nicht. Ebenso wurden die Parlamente erst spät einbezogen, ein politischer Willensbildungsprozess wurde durch einen bürokratischen Vorgang ersetzt.</li>
<li>Die bestehende Gesamtsituation muss realistisch betrachtet und analysiert werden. Es gibt im Netz natürlich viele Seiten, die als &#8220;entwicklungsbeeinträchtigend&#8221; qualifiziert werden können. Von denen sind  aber die allerwenigsten mit den Instrumentarien des nationalen Jugendmedienschutzrechts erfassbar: Ob aufgrund des deutschen Jugendmedienschutzes Webseiten mit einer Alterskennzeichnung oder einer &#8220;Sendezeitbeschränkung&#8221; versehen werden oder nicht, ist im globalen Netz unerheblich.  Solche Regelungen dienen eigentlich nur dazu, in der Öffentlichkeit den Anschein thematisch-politischer Tätigkeit zu erwecken. Um echten, wirksamen Jugendschutz geht es aber nicht.</li>
</ul>
</div>
<p>Aus diesen Punkten wird deutlich, dass für einen wirksamen, zukunftsorientierten Jugendschutz technische Entwicklungen und die Dimension des Globalen viel stärkere Berücksichtigung finden muss.</p>
<p>Das Aufstellen hoher gesetzlicher Hürden ist zu vermeiden, damit Kinder und Jugendliche nicht ins Stolpern geraten. Vielmehr muss es darum gehen, jungen Menschen ein verantwortliches Aufwachsen im und Wachsen mit dem Netz zu ermöglichen.</p>
<h3>Ablehnung des JMStV ist ein Sieg der Vernunft</h3>
<p>Die Ablehnung der Novelle des JMStV war ein erster Sieg der Vernunft. Um eine wirklich zukunftstragende Lösung zu erarbeiten, sind einige weitere Punkte in die weitere Diskussion mit einzubeziehen.</p>
<p>So wirft eine politische Betrachtung des Geschehenen auch grundsätzliche Fragen zum staatlichen Verständnis des in der Verfassung verbrieften Jugendschutzes auf:</p>
<p>Diskutiert werden müsste angesichts der Globalität des Netzes die Frage, wer eigentlich für diesen Themenkomplex zuständig sein und auf welcher Ebene hier Entscheidungen getroffen werden sollen. Ist es ratsam, Jugendmedienschutz als Staatsvertrag zu regulieren, der in aller Regel von den Länderparlamenten weder umfassend diskutiert noch geändert, sondern nur abgenickt werden kann?</p>
<div id="magicdomid27">Neben dem sich hieraus ergebenden Demokratiedefizit ist auch ein Mangel an beratender Expertise im Vorfeld ersichtlich:</div>
<p>So beinhalteten sämtliche im Entwurf geforderten Regulierungen keinerlei schlüssige und nachvollziehbare Quellen dazu, welche Inhalte in welcher Form überhaupt auf die geistig-seelische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen Einfluss nehmen. Sie stützen sich auf vage Behauptungen und darauf, dass andere Staaten damit bereits erfolgreich seien. Ausreichend belegt ist regelmäßig nichts von beidem.</p>
<p>Völlig an der Realität vorbei ging im nunmehr abgelehnten Entwurf außerdem die Umdefinierung des Erziehungsauftrags &#8211; weg von dem grundgesetzlich verankerten Elternrecht und -pflicht: Mit dem Entwurf sollten nun aber statt der Eltern die Anbieter von Medieninhalten in Verantwortung gebracht werden und ihre Angebote beschneiden.</p>
<p>Es wird hier eine fragwürdige Rechtslage hergestellt, noch dazu, ohne die in die Verantwortung Gezogenen in die Ausgestaltung des Gesetzes mit einzubeziehen.</p>
<h3>Jugendschutz im Internet – Kluge Strategien für ein sicheres Netz</h3>
<p>Förderung von Medienkompetenz darf nicht als Reparaturbetrieb des Jugendschutzes gesehen werden. Aufgabe der Medienkompetenz-Förderung ist nicht das Beschneiden von Rechten, sondern das Fördern kreativer Potenziale, die technische, inhaltliche und gesellschaftliche Innovationen hervorbringen.</p>
<p>Medienkompetenz-Stärkung ist eine Notwendigkeit in der pädagogischen Arbeit. Angebote, die die Kompetenz zur kritischen Auseinandersetzung mit Inhalten und gesellschaftlichen Fragestellungen stärken, müssen immanenter Bestandteil des Jugendschutzes sein und untrennbar in einem zukünftigen Jugendmedienschutz-Gesetz als Verpflichtung verankert werden.</p>
<div id="magicdomid36">Die Adressaten der Medienkompetenz-Vermittlung sind bei der Aufstellung gesetzlicher Regeln stets einzubeziehen. Medienpädagogik muss dafür Sorge tragen und Lobby für Kinder und Jugendliche sein.</div>
<p>Einen tragenden, effektiven Schutz vor entwicklungsbeeinträchtigenden Inhalten bietet nicht die Unterdrückung dieser Inhalte, sondern ein verantwortungsvolles, gemeinschaftliches und respektvolles Miteinander zwischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, auch in Medienfragen. Das ist anstrengend – aber nachhaltig. Technische Lösungen können qualifizierte Erziehung nicht ersetzen.</p>
<p>Es gibt bereits gute Ideen für modernen Jugendmedienschutz. So könnten Community-gestützte Crowdsourcing-Modelle offene und transparente Dienste für Jugendliche und ihre Eltern sein: Empfehlungen sind besser als Verbote. Dialoge vermeiden Verordnungen. Informationelle Selbstbestimmung braucht keine Selbstzensur.</p>
<p>Sich mutig für neue Wege zu öffnen ist der beste Schritt nach vorn, um sich von nicht-funktionalen Filtern zu verabschieden und chancenorientiert das Internet als Lernort zu realisieren. Kinder, Jugendliche und Eltern, die ernsthaft partizipieren können, werden selbstgewähltem Jugendschutz mit hoher Akzeptanz begegnen. Damit ist die eigentliche Absicht, einen gesellschaftlich getragenen ethisch-moralischen Diskurs zu eröffnen, konstruktiv angegangen. Jugendschutz als Verfassungsauftrag bekommt endlich die stabile Basis, die dem vordergründigen Anliegen der jetzt gescheiterten JMStV-Novelle verloren gegangen ist.</p>
<h3>Links</h3>
<p>(1) <a href="http://www.telemedicus.info/article/1878-Lesefassung-des-Jugendmedienschutz-Staatsvertrags-2011.html">http://www.telemedicus.info/article/1878-Lesefassung-des-Jugendmedienschutz-Staatsvertrags-2011.html</a></p>
<p>(2) <a href="http://www.achim-mueller.org/images/jmstv_piraten.pdf">http://www.achim-mueller.org/images/jmstv_piraten.pdf</a></p>
<p>(3) <a href="http://spreerecht.de/jugendschutz/2010-12/flow-chart-zum-neuen-jugendmedienschutz-staatsvertrag-jmstv">http://spreerecht.de/jugendschutz/2010-12/flow-chart-zum-neuen-jugendmedienschutz-staatsvertrag-jmstv</a></p>
<p>(4) <a href="http://gmkblog.de/?p=393">http://gmkblog.de/?p=393</a></p>
<ul>
<li><a title="zur Website" href="http://ak-zensur.de/mt/mt-search.cgi?search=jmstv&amp;IncludeBlogs=14&amp;limit=20" target="_blank">AK-Zensur</a></li>
<li><a title="zur Website" href="http://www.netzpolitik.org/?s=jmstv" target="_blank">Netzpolitik-Blog</a></li>
<li><a title="zur Website" href="http://www.internet-law.de/index.php?s=jmstv" target="_blank">Internet-Law &#8211; Blog</a></li>
<li><a title="zur Website" href="http://www.pottblog.de/category/politik/jmstv/" target="_blank">Pottblog</a></li>
</ul>
<h3>Autoren</h3>
<p>des ausführlichen Ursprung-Artikels (erscheint in der merz-zeitschrift.de):<br />
Jürgen Ertelt, Bernd Fachinger, Manuela Schauerhammer, Thomas Stadler, Henning Tillmann</p>
<h3>Lizenz</h3>
<p>Dieser Artikel steht unter einer <a title="zur Lizenz" href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank">CC-Lizenz</a> und kann unter bestimmten Bedingungen frei verwendet werden.</p>
<p><em><img class="alignleft size-full wp-image-1971" title="Jürgen Ertelt" src="http://www.medienpaedagogik-praxis.de/wp-content/uploads/2011/02/juergenertelt.jpg" alt="Jürgen Ertelt" width="73" height="73" />Dies ist ein Gastbeitrag von Jürgen Ertelt. Der Autor (*1957) ist Sozial- und Medienpädagoge, arbeitet als Koordinator bei jugendonline.eu. Dort ist er u.a. für das Netzwerk netzcheckers.net verantwortlich.<br />
Als Webarchitekt und Autor entwirft er Community-Software für die pädagogische Arbeit. Zur Zeit arbeitet er an Angeboten im Bereich mobiles Lernen mit digitalen Medien.</em></p>
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		<title>Broschüren für Informationsveranstaltungen</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Nov 2009 03:01:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mario von Wantoch-Rekowski</dc:creator>
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		<description><![CDATA[MedienpädagogInnen wissen immer alles was mit Medien und deren Nutzung zu tun hat. Deshalb werden sie auch immer wieder gerne und auch rege dazu befragt. Die Schwierigkeit besteht nun darin das weitreichende Wissen kurz und knapp auf den Punkt zu bringen &#8211; beispielsweise bei einem Informationsabend für Eltern. Um seitens der ZuhörerInnen die besprochenen Inhalte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1217" class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><img class="size-full wp-image-1217" title="mekonet-Broschüren für MedienpädagogInnen" src="http://www.medienpaedagogik-praxis.de/wp-content/uploads/2009/11/mekonet-Broschüren-für-MedienpädagogInnen.png" alt="Broschürenüberblick" width="240" height="150" /><p class="wp-caption-text">Broschürenüberblick bei mekonet</p></div>
<p>MedienpädagogInnen wissen immer alles was mit Medien und deren Nutzung zu tun hat. Deshalb werden sie auch immer wieder gerne und auch rege dazu befragt. Die Schwierigkeit besteht nun darin das weitreichende Wissen kurz und knapp auf den Punkt zu bringen &#8211; beispielsweise bei einem Informationsabend für Eltern. Um seitens der ZuhörerInnen die besprochenen Inhalte noch einmal ins Gedächtnis zu rufen und damit zu verfestigen bieten sich Handreichungen oder ähnliches an. Das mekonet (Medienkompetenz-Netzwerk NRW) hat sich die Mühe gemacht und zu unterschiedlichen Themen <a href="http://www.mekonet.de/t3/index.php?id=158&amp;no_cache=1" target="_blank">Broschüren</a> zusammengestellt, die sind maximal sechs Seiten dünn. Unter anderen werden darin Internetsicherheit, Filtersoftware, Datenschutz, Computer- und Onlinespiele und Handy behandelt.</p>
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