Thema Film »

Hollywood an die Gamer

Dass Filme als ein kulturelles Medium, gesellschaftliche Kontroversen aufnehmen, Botschaften vermitteln und versuchen Prozesse in Gang zu setzen, ist nicht neu und grundsätzlich zu befürworten. Fast so als hätten sie sich abgesprochen, sind nun binnen weniger Wochen gleich drei Filme erschienen, die sich, mal enger, mal weiter mit dem Einfluss von moderner Technologie auf unsere Sozialität befassen.

Den ganzen Beitrag lesen

Material-Fundgrube für Videoprojekte

Screenshot aus "Valkaama"

Screenshot aus "Valkaama"

CreativeCommons ist ein gesellschaftlicher Gewinn. Und im Fall von des Open-Source-Films “Valkaama” auch ein großer für die Medienpädagogik. Die MacherInnen des abendfüllenden Spielfilms haben sich entschlossen, ihn unter CreativeCommons-Lizenz zu veröffentlichen, gemeinsam mit allen Materialien, die im Produktionsprozess entstanden sind.

Für medienpädagogische Videoprojekte tut sich damit eine besondere Fundgrube auf. Denn für fast alle Projektphasen stehen damit Materialien zur Verfügung, die in Lernprozessen Eingang finden können:

  • Das Drehbuch kann in der Konzeptphase als Beispiel dienen oder auch als Grundlage für Dreh-Fingerübungen.
  • Das Rohmaterial (komplett, 179GB!) kann die Grundlage eines Schnittseminars sein.
  • Einzelne Szenen aus dem Film können analysiert, aufgelöst und mit dem vorhandenen Material neu geschnitten werden.

Und selbstverständlich kann auch der Film selbst lizenzfrei vorgeführt werden. Einziges Manko: Alle Materialien sind fremdsprachig und damit sicher nicht für alle Projekte geeignet. Der Film ist auch mit deutschen Untertiteln verfügbar.

Kennen Sie weitere OpenSource-Filme mit einem ähnlichen Quellenfundus? Ergänzen Sie mit einem Kommentar. [via MediaCulture]

Schätze der Filmgeschichte online

"Metropolis Poster" von Jösé auf flickr.com

"Metropolis Poster" von Jösé auf flickr.com

Es gibt Filmklassiker, die muss mensch – gerade als MedienpädagogIn – gesehen haben. Trotzdem ist es immer wieder erforderlich, sich manche Sequenzen nochmal zu Gemüte zu führen. Und wenn es mal schnell gehen muss, etwa bei der Vorbereitung eines Videoworkshops oder eines Vortrags, und die Zeit nicht mehr für den Gang zur Videothek reicht, dann sind Online-Quellen Gold wert.

Ein Schatz in diesem Sinn sind die Seiten “Film Treasures” und “Free Movies Online“, die solche Onlinequellen von Filmklassikern an einer Stelle sammeln – sehr umfangreich und gleichzeitig übersichtlich. Die Onlineversionen der Filme bewegen sich rechtlich gesehen sicher in einer Grauzone und sind schon gar nicht für eine Vorführung geeignet, aber zum Selbststudium in der Vorbereitung sicher wertvoll.

Ein must-see in dem Zusammenhang und damit der Filmtipp zum Wochenende ist “Battle Royale“, für mich ein aufrüttelnder Beitrag zum Thema Gewalt in Schulen. [via @uk63]

Kinofilm-Brühwürfel

Screenshot aus "Kill Bill 1&2 in 60 Seconds"

Screenshot aus "Kill Bill 1&2, in One Minute, in One Take"

Gerade ist mir ein (mir) ganz neues Videofilm-Genre über den Mauszeiger gelaufen, das geradezu nach Ausprobieren in der Medienpädagogik schreit: 60 Sekunden-Fassungen von bekannten Kinofilmen, oft gedreht in einem Take.

Diese Videos haben meist nicht viel mit ästhetischer Bildgestaltung oder verschiedenen Einstellungsgrößen zu tun, aber ihre Stärke liegt ohnehin woanders: Hier geht es darum, Geschichten zu analysieren und auf das Wesentliche einzudampfen. Und das kann eine schöne und wichtige Übung sein, z.B. wenn eine Gruppe in der Drehbuchphase ist. Der trashige Look und die lustigen Ergebnisse tragen das Übrige zur Attraktivität der Videos bei. Viel Spaß mit meinen Favoriten:

Aktive Videoarbeit

Das sind unsere Literaturempfehlungen zur Aktiven Videoarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die Zusammenstellung baut auf auf einer Empfehlung der PH Ludwigsburg. Vielen Dank auch an Christine Zinn!

Fehlt eine wichtige Publikation? Wir nehmen sie gerne auf. Schreiben Sie einfach eine Mail an eike[ät]medienpaedagogik-praxis.de .


Grundlagen

  • Baacke, Dieter (1997): Medienpädagogik. Tübingen.
  • Barg, Werner / Niesyto, Horst / Schmolling, Jan (Hg.) (2006): Jugend:Film:Kultur. Grundlagen und Praxishilfen für die Filmbildung. München.
  • Hoffmann, Bernward (2003): Medienpädagogik. Paderborn.
  • Hüther, Jürgen / Schorb, Bernd (Hg.) (2005): Grundbegriffe Medienpädagogik. 2. Aufl. München.
  • Schorb, Bernd / Anfang, Günther / Demmler, Kathrin (Hg.) (2009): Grundbegriffe Medienpädagogik – Praxis. München.
  • Maurer, Björn (2004): Medienarbeit mit Kindern aus Migrationskontexten. Grundlagen und Praxisbausteine. München.
  • Moser, Heinz (2006): Einführung in die Medienpädagogik. 4. Auflage. Wiesbaden.
  • Schell, Fred (2003): Aktive Medienarbeit mit Jugendlichen. Theorie und Praxis. München.
  • Vollbrecht, Ralf (2001): Einführung in die Medienpädagogik. Weinheim und Basel.


Filmtheorie

  • Schleicher, Harald, Urban, Alexander (Hg.) (2005): Filme machen. Technik, Gestaltung, Kunst. Frankfurt/Main.
  • Steinmetz, Rüdiger (2006): Filme sehen lernen. Grundlagen der Filmästhetik. Frankfurt/Main.
  • Thompson, Roy (1993): Grammar of the Edit. Oxford.

Aktive Medienarbeit

  • Anfang, Günther (2005): Von Jungen, Mädchen und Medien. Theorie und Praxis einer geschlechtsbewussten und -sensiblen Medienarbeit. München.
  • Hugger, K.-U. / Hoffmann, D. (Hg.) (2006): Medienbildung in der Migrationsgesellschaft. GMK-Schriften zur Medienpädagogik 39. Bielefeld.
  • JFC Medienzentrum Köln (Hrsg.) (2002): Media Mix Mondial Ideen für die interkulturelle Medienarbeit. Zeitschrift MedienConcret, Themenheft 2002.
  • Maurer, B. (2004): Medienarbeit mit Kindern aus Migrationskontexten. Grundlagen und Praxisbausteine. München: KoPäd 2004
  • Ministerium für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit des Landes Nordrhein-Westfalen (Hg.) (2000): Expertise „Interkulturelle Jugendmedienarbeit in NRW“. Düsseldorf, Remscheid
  • Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden Württemberg (Hg.) (2001): VideoCulture. Interkulturelle Kommunikation, Schule, Videoarbeit. Auer-Verlag
  • Niesyto, H. (Hg.) (2003): VideoCulture. Video und interkulturelle Kommunikation. München: kopaed
  • Nolle, R. (2002): Aktive Medienarbeit. Interkulturelle Dialoge in Projekten handlungsorientierter Pädagogik.Kassel: kassel university press.

Aktive Videoarbeit

  • Anfang, Günther (2006): Vom Plot zur Premiere. Gestaltung und Technik für Videogruppen 2. München.
  • Anfang, Günther (2005): Mit Kamera, Maus und Mikro. Medienarbeit mit Kindern. München.
  • Bundesverband Jugend und Film: Finger weg vom CD-Regal. Empfehlungen zur Nachvertonung und zum Urheberrecht.
  • Bitz, Eva-Maria/Schittek, Claudia/Zeiler, Detlef (1998): Tape that. Einführung in die aktive Videoarbeit. Karlsruhe.
    (Text online: http://www.mediaculture-online.de)
  • Büchele, Fridhelm (2005): Digitales Filmen – Einfach gute Videofilme drehen und Nachbearbeiten. Bonn.
  • Landesanstalt für Medien NRW: Trickboxx– Ein Leitfaden für die Praxis. Eine Einführung in die Trickfilmarbeit.
  • Oehrens, Eva-Maria u.a. (1994): Videogeschichten. Drehbuchschreiben mit Jugendlichen. Grundlagen – Materialien – Arbeitshilfen – Beispiele. Remscheid.
  • Video der Generationen: Medienprojekte für Jung und Alt. Ein Leitfaden zu generationsübergreifenden Angeboten.
Eike Rösch
16.05.2009
Kommentare deaktiviert

Literaturempfehlungen

Alle Praxis ist nichts ohne Theorie. Und egal ob zur allgemeinen Reflexion des eigenen Tuns oder zur konkreten Vorbereitung des nächsten medienpädagogischen Projekts: Es ist immer gut, die passende Literatur zur Hand zu haben.

In diesem Sinne haben wir zu den beiden Bereichen Aktive Videoarbeit und Computerspiele Empfehlungen zusammengestellt, die aus unserer Sicht sinnvoll für die medienpädagogische Arbeit sind: Grundlagenliteratur, praktische Handreichungen, Methodenbeschreibungen und vieles mehr.

Eike Rösch
15.05.2009
Kommentare deaktiviert

Kostenloses Konvertieren von Videos

konvertieren_container1

Container©chhmz/aboutpixel.de

Beim Herumexperimentieren mit Handyvideos kamen wir recht schnell an den Punkt, an dem es um die Formatfrage ging. Das Handy nahm in MPEG4 auf, da wir mit Windows unterwegs waren und MovieMaker damit aber so seine liebe Mühe hat ging es ans Konvertieren. Zum Glück gab es Apple in Auszügen auf dem Windows, so dass mit Quicktime Pro schnell das entsprechende Format gefunden war.

MedienpädagogInnen die nun aber kein Geld in Konvertierungssoftware sondern z.B. lieber in eine einfache Schnittsoftware, was sich unter Windows hinsichtlich eines entspannten Projektablaufs definitiv empfiehlt, investieren möchten, denen sei an dieser Stelle die “Freie Programme“-Seite empfohlen. Ich habe einige kostenlose und open-source Helferlein gefunden und ausprobiert und die Seite ergänzt. Sicherlich haben einige so ihre Macken und sind ein wenig einarbeitungsintensiver als Quicktime Pro, aber ein Containerwechsel ist allemal drin. [vielen Dank an Kati für den Input]

Urheberrecht, seine Probleme und mögliche Lösungen

Filmverleihe und Musikkonzerne fahren große Kampagnen, die die Verletzung von UrheberInnenrechten kriminalisieren sollen. Bei genauem Hinsehen zeigt sich aber, dass das Problem woanders liegt: Urheberrecht ist alles andere als modern und wird insbesondere den Möglichkeiten der Technik und der Vervielfältigung nicht mehr gerecht.

Der Elektrische Reporter hat sich auf seine erfrischende und tiefgründige Weisen in zwei Folgen dem Urheberrecht gewidmet: Zunächst werden die Problemlagen und die Reformbedürftigkeit des Konstruktes herausgearbeitet, in einer zweiten Folge geht es darum, wie zeitgemäß sichergestellt werden kann, dass KünstlerInnen und AutorInnen angemessen für ihre Arbeit honoriert werden – bspw. mit Creative Commons. Sehenswert und ein guter Impuls auch für medienpädagogische Diskussionen.

Vierundzwanzig

Nein, nicht Stunden, keine Fernsehserie und auch nicht Heiligabend. Hier geht es um Bilder. Um die 24, die einen traditionellen Kinofilm zum laufen bringen. Unter diesem Motto hat die deutsche Filmakademie ein Wissensportal rund um das Filmemachen gestartet. Unter vierundzwanzig.de finden sich viele Informationen zu den Berufsbildern oder “Gewerken” der Filmbranche: Regie, Kamera, Schnitt, Ton, Ausstattung, Musik, Drehbuch und und und.

Zu allen Bereichen gibt es passende Ausschnitte aus Klassikern der deutschen Kinogeschichte – von “Metropolis” bis “Die fetten Jahre sind vorbei” – zusammen mit Interviews mit an diesen Szenen beteiligten Profis. All das wird ergänzt durch allgemeine Infos zu den Berufsbildern, kleine Dossiers zum Filmemachen, ein Glossar zu Fachbegriffen und weiterführende Infos. Das alles macht die Seite nicht nur für EinsteigerInnen interessant, sondern auch für MedienpädagogInnen auf der Suche nach tiefergehenden Infos, Materialien und Beispielen.

Animierte Dokumentation

Filmische Dokumentationen kranken ja oft daran – insbesondere in der Retrospektive –, dass nicht genügend aussagekräftiges Bildmaterial vorhanden ist. Das gilt auch für medienpädagogische Projekte. Wohl nicht in erster Linie deswegen, wahrscheinlich eher um eine zusätzliche Distanz zu dem nicht einfachen Inhalt aufzubauen, hat der Filmemacher Ari Folman seine Dokumentation “Waltz with Bashir” vollständig animiert – und damit die authentischen O-Töne unterlegt. In jedem Fall eine super Idee, schöne Umsetzung – und meiner Meinung nach ein wunderbarer Beispielfilm für Inspirationen zu medienpädagogischen Projekten. Ausschnitte gibts auf der Website zum Film, ein Interview mit dem Regisseur zu Hintergründen beim Bayerischen Rundfunk.

Zusatzinfos

Feed abonnieren Newsletter

Aktuell diskutiert

Nächste Artikel

  • Der Blick fürs Detail

Weitere Zusatzinfos

Medienpädagogik bei Twitter