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Mit Spaß kritisch fernsehen

TV-Formate in der Medienpädagogik

Still aus "Landwirt sucht Liebe"

Manche Fernsehformate schreien förmlich danach, in ihrer einfachen Machart auseinandergenommen zu werden, andere – etwa DokuSoaps – danach, dass Kinder und Jugendliche genau über sie bescheid wissen. Da wundert es fast, dass es bisher noch keine Produktionen wie “Walulis sieht fern” gegeben hat.

Die MacherInnen analysieren nicht nur Formate wie ScriptedReality-Dokus, Call-in-Sendungen, Teleshopping und andere – sie persiflieren sie auch sehr gekonnt und lustig, ohne dabei einem verkrampften Aufklärungsgestus zu erliegen. Dass die Beiträge von “Walulis sieht fern” auch noch frei online verfügbar sind, macht sie zu einem Fundstück ohne gleichen für die Medienpädagogik. Bessere Beiträge (und Inspirationen) für einschlägige Videoprojekte oder Vorträge kann es fast nicht geben.

Ach ja: Und dass die Produktion eigentlich selbst mal ein medienpädagogisches Projekt war und nun nicht nur im Fernsehen angekommen ist, sondern auch mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet, ist fast wie ein wahr gewordenes Märchen.

[Dank an Jo Gather!]

Das Webradio auf dem eigenen Server

Webradio in der Medienpädagogik

"The Old Jukebox" von C.P.Storm auf flickr.com (cc by)

Brecht hatte recht: Wer das Internet betrachtet, findet seine Radiotheorie bestätigt, denn noch nie war es so einfach zum/zur MedienproduzentIn zu werden. Das gilt nicht zuletzt auch für (Web)Radio.

Jugendredaktionen aus der Medienpädagogik, die ihr Webradio auf einem eigenen Server betreiben wollen, finden mit “Airtime” auch gleich eine kostenlose Rundumlösung – inkl. Playlists, Kalender, Streamingserver und vielem mehr. Die größten Hürden stellen sich da höchstens noch auf dem medienrechtlichen Feld auf – Florian Bottke hat hier aber eine gute Checkliste für die Einrichtung eines Webradios aufgestellt. In seinem Blog findet sich auch eine Installationsanleitung für Airtime.

Die Crowd im Weltall

Crowd-Remakes in der Medienpädagogik

Still aus Szene 222

Es ist nicht unbedingt ein cineatischer Leckerbissen geworden, sprüht aber vor Enthusiasmus, Kreativität, Vielfalt und Nerdism – und ist eine tolle Inspiration für die Medienpädagogik: “Star Wars Uncut” ist vor drei Jahren kollaborativ durch die Crowd im Netz entstanden. Dabei haben 472 Gruppen je eine Sequenz der Episode IV von StarWars nachgedreht und eingereicht – herausgekommen sind 120 Minuten Spaß und Kreativität.

Nun, knapp zwei Jahre nach der Fertigstellung, ist der Film nach aller rechtlicher Klärung auch im Netz verfügbar und meiner Meinung nach eine Steilvorlage für medienpädagogische Projekte: Wieso nicht mal den Lieblingsfilm dezentral nachdrehen?

[via Netzfilmblog]

Drehbücher schreiben – einfach und schön

Drehbuchschreiben in der Medienpädagogik

Screenshot aus dem Texteditor

Ausführliche Drehbücher nach allen Regeln der Kunst sind bei Videoprojekten in der Medienpädagogik eher selten, aber immer wieder gibt es Prozesse, wo Jugendliche lernen möchten, wie das funktioniert – und wie ein Drehbuch aussehen sollte. Für solche Momente ist es gut, “Fountain” im Blick zu haben.

Fountain ist nicht etwas ein Drehbucheditor, sondern eine Markdown-Syntax. Damit ist es möglich, in jedem einfachen Texteditor ein Drehbuch nach bestimmten Regeln “runterzuschreiben”. So bleibt der Text einerseits lesbar, kann aber von bestimmten Programmen oder Websites konvertiert werden.

Fountain hat sich mittlerweile zu einem Standard entwickelt und vereinfacht daher nicht nur kreative Prozesse in der Medienpädagogik, sondern ist für Jugendliche, die mit einem FilmemacherInnen-Beruf liebäugeln, auch eine sinnvolle Qualifikation.

Klassiker und Delikatessen der Medienpädagogik

Aktive Medienarbeit und Medienpädagogik

Feinste Zutaten für gelungene Projekte

Aktive Medienarbeit ist eine zentrale Methode der Medienpädagogik und täglich werden in unzähligen Projekten neue und bewährte Konzepte angewandt. Gleichzeitig entdecken viele Einrichtungen und PädagogInnen Medienpädagogik oder die Aktive Medienarbeit neu und suchen nach Inspirationen.

Das Medienpädagogik Praxis-Blog und das JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis möchten die bewährten Rezepte und die engagierten Köchinnen und Köche zusammenbringen und deshalb ein Medienpädagogisches Kochbuch (Arbeitstitel) herausgeben. In diesem Buch werden (Medien)PädagogInnen über ihre Erfahrungen mit ihren Projekt”rezepten” schreiben, ihr Wissen sammeln und weitergeben. Das Besondere: Das Buch ist nicht nur auf Papier, sondern auch online verfügbar!

Sicher haben auch Sie Erfahrungen mit einer für Sie bewährten Projektform der Aktiven Medienarbeit. Wir freuen uns, wenn Sie darüber schreiben möchten! Füllen Sie einfach unser kurzes Formular aus und schicken Sie uns Ihre Skizze per Mail zu; Deadline für das Buch ist der 2. April. Im April werden wir Artikel für das Kern-Buch auswählen, möchten aber möglichst alle eingereichten Konzepte auch online veröffentlichen. Schließlich geht es um einen Austausch für alle.

Zur Orientierung hier unsere vorläufige Gliederung. Auch hierzu freuen wir uns über Anregungen. Ergänzen Sie einfach mit einem Kommentar. Den ganzen Beitrag lesen

Medienkompetenz (in) der Jugendarbeit

Jugendarbeit und MedienpädagogikJugendarbeit war schon immer ein wichtiges Feld der Medienpädagogik. Damit das auch so bleibt, ist es eine ständige Herausforderung (ehrenamtliche) JugendarbeiterInnen mit Know-How und Informationen zu versorgen.

Der Landesjugendring Niedersachsen hat einmal mehr einen wichtigen Beitrag dazu geleistet und jüngst das “Praxisbuch M” veröffentlicht. In der Publikation bekommen Interessierte auf mehr als 80 Seiten Hintergrundinfos, Methoden und praktische Tipps zum Social Web, zu Handys, Computerspielen, Partizipation, Öffentlichkeitsarbeit und vielem mehr.  Das ganze kostenlos und als PDF – was will der/die JugendleiterIn mehr?

Wenn Broschüren bearbeitet und kommentiert werden

Online publizieren in der Medienpädagogik

"Books" von shutterhacks auf flickr.com (CC by)

Die Medienpädagogik ist ein sehr dynamisches Feld, in dem PädagogInnen viel Wissen und Erfahrung benötigen – und sie auch erfreulicherweise gerne dokumentieren und weitergeben. Im Netz passiert das dynamisch in Blogs, per Twitter oder Facebook – oder eher statisch per PDF-Publikation.

Substance” macht das noch einfacher und schließt die Lücke zwischen PDF und Blog: Mit der Webapplikation können Texte online (kollaborativ) geschrieben und veröffentlicht werden – auf eine sehr ästhetische Weise. Und LeserInnen können nicht nur den gesamten Text, sondern auch einzelne Abschnitte kommentieren und/oder auf Wunsch auch verändern. Und Substance ist nicht nur kostenlos online nutzbar, sondern kann auch frei auf dem eigenen Server installiert und genutzt werden.

[via workshop.ch]

259 auf einen Streich

CMSe lokal installieren in der Medienpädagogik

Screenshot von der Website

Immer wieder bin ich sprachlos: Fand ich es schon abgefahren cool, einen kompletten Webserver via XAMPP oder MAMP auf dem eigenen Rechner oder gar einem USB-Stick laufen zu lassen, geht das noch viel abgefahrener: AMPPS bietet ähnlich wie die genannten Pakete alles, was mensch für einen Webserver auf einem beliebigen Rechner braucht, aber zusätzlich 259 CMSe, Blogsysteme, Wikis, Kalender, Shops, und und und!

Das bedeutet konkret: Nach der Installation von AMPPS können mit wenigen Mausklicks alle mitgelieferten Pakete automatisiert auf einem lokalen Rechner installiert werden. Jede Applikation ist dabei vorkonfiguriert und so nach wenigen Sekunden einsatzbereit, ohne auf die Konfiguration von Datenbanken, Dateien, Ordnern o.ä. achten zu müssen.

Das ist ein wahres Geschenk für die Medienpädagogik, denn so können fürs persönliche Ausprobieren, aber auch für Seminare oder kurze Workshops die gängigsten Webanwendungen “mal so” lokal installiert werden. Und AMPPS ist dazu noch kostenlos zu haben. Da fehlen mir (fast) die Worte.

[via 1000ff, dort auch ein ausführlicher Test]

Schatten aus Licht

Light Stencils mit Langzeitbelichtung in der Medienpädagogik

"Stencil Cut & spray" von Vasile Tomoiagă auf flickr.com (CC by-nc)

Es ist ebenso konsequent wie kreativ: Wenn mit Licht Graffiti gemalt werden können, wenn Graffiti mit Schablonen (Stencils) gemacht werden – was liegt dann näher, als mit Licht durch Schablonen langzeitzubelichten?

Der Fotograf Wittner Fabrice beherrscht genau diese Kunst brilliant und zaubert damit atemberaubende Langzeitbelichtungsfotos – “light stencils“. Für mich eine schöne Inspiration für die Medienpädagogik, mit der junge GraffitikünstlerInnen für die Schönheiten der Fotografie begeistert werden können.

[via Janet Torres Lupp]

Prezi ohne Prezi

Präsentationen in der Medienpädagogik

Screenshot aus der Demo

Prezi war gestern – das war mein erster Gedanke, als ich impress.js und seine Demo sah. Und in der Tat: Die HTML/CSS/Javascript-basierte Präsentationsplattform bietet ähnliche Ergebnisse wie prezi.com – eine unendliche und frei gestaltbare Leinwand, freie Animationen, eine ansprechende Optik und vieles mehr. Zudem laufen die Präsentationen von impress.js einfach so im Browser und bieten sogar 3D-Effekte.

Trotzdem ist mein zweiter Gedanke, dass impress.js bei weitem nicht die Usability von Prezi erreicht und daher erstmal eine Nischenlösung bleiben wird. Die Präsentationen werden nämlich mit einem HTML-Dokument erstellt, wofür zumindest einfache HTML/CSS-Kenntnisse erforderlich sind. Für die meisten MedienpädagogInnen ist das allerdings kein Problem und deswegen ist impress.js mein Geheimtipp der Woche.

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