Take this Lollipop

Erst letzte Woche wurde ich auf einem Elternabend angesprochen, ob ich denn dieses Video mit dem Stalker kennen würde, der plötzlich das komplette Facebook Profil einer Person auf dem Bildschirm hatte? Wie das denn gehen würde?

Nun, gemeint war die Seite takethislollipop.com, die seit einiger Zeit viral per Facebook und Twitter geteilt wird. Zu sehen ist in einem Video ein dubios wirkender Mensch in einem dunklen Raum vor seinem Computer. Er gibt Login Daten bei Facebook ein und plötzlich erscheint das eigene Profil auf dem Bildschirm.

Der Film zeigt sehr gut das Vorgehen eines Stalkers, der Fotos auswertet und Orte herausfindet, in dem er die Ortsangaben bei Facebook kontrolliert bzw. die EXIF Daten der Fotos nach GPS Koordinaten durchsucht. Allein durch die Tatsache, dass das eigene Profil, bzw. eigene Fotos mit in den Film hereingerechnet werden, macht das Video sehr anschaulich.

Damit das Video aber überhaupt funktioniert, bzw. die Profilinformationen in den Film eingefügt werden können, muss der Seiten-Besucher  die Verbindung mit Facebook herstellen und entsprechende Genehmigungen erteilen. Diese Erlaubnis kann dann später in den Privatsphäreneinstellungen von Facebook unter “Werbeanzeigen, Anwendungen und Webseiten” wieder gelöscht werden.

Meiner Meinung nach ist das Video ein klasse Einstieg in das Thema “Umgang mit Daten in sozialen Netzwerken”. Sehr viele Menschen veröffentlichen einfach so Fotos, Ortsangaben und andere persönliche Informationen, die es unbekannten Aussenstehenden einfach machen, ein komplettes Profil zu erstellen.

Creative Commons-LizenzDieser Artikel steht unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Germany Lizenz. Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Tobias Albers-Heinemann für medienpaedagogik-praxis.de
Tobias Albers-Heinemann
Verfasst am 07.11.2012

4 Kommentare

  1. Robert Rymes am 07.11.2012:

    Ich bezweifle, dass GPS-Daten aus heruntergaldenen Facebook-Fotos herausgelesen werden können. Schließlich werden (auch im HD-Verfahren) die Fotos beim Upload komprimiert und vorhandene Meta-Daten gelöscht.

  2. Thorsten Belzer am 15.11.2012:

    Auch ich habe sehr gute Erfahrungen in Workshops für Jugendliche mit dem Video gemacht. Es eröffnet Diskussionsräume. Bei Erwachsenen bin ich etwas vorsichtiger, da diese sich erst mal zu stark bestätigt sehen, nutze dann aber den Brückenschlag auf das wohl kommende (oder bereits existierende) Filmgenre des “socialMovie” hinzuweisen. Mit der Analogie, dass vielleicht 2014 ein Tatort kommen wird, der nach erfolgreichen Facebook Login am TV ein Gedchichte mit Inhalten der eigenen Lebenswelt erzählt, kann man so wiederum die Chancen mit den Eltern diskutieren.

  3. Yildirim am 24.11.2012:

    Eine kluge Art das interaktive Element, dass gewöhnlich, die positive Seite von Facebook und Co darstellt umzudrehen und als Gefahr zu räsentieren das es tatsächlich ist.

  4. Kerstin Heiden am 28.11.2012:

    Ich teile deine Meinung, als entspannter Gesprächseinstieg mit Eltern eignet sich auch diese Variante: The Museum of Me. Gleiche Grundlage, aber eben eher nett gemacht ohne Gruseleffekt. Da bleibt dann mehr Raum für das eigentliche Thema des Datenschutzes (http://www.intel.com/museumofme/r/index.htm).

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