Bauer sucht Darsteller

Scripted Reality in der Medienpädagogik

"07.21.09 #202 The Process" von Jeezny auf flickr.com (cc by-nc-sa)

In der Reihe “Eike erweitert seine Medienkompetenz” ist mir bei Mediaculture online das Phänomen der “Scripted Reality” über den Mauszeiger gelaufen und hat mich weiter recherchieren lassen [1,2]. Dass sich JugendarbeiterInnen, LehrerInnen und MedienpädagogInnen über das Phänomen “Bauer sucht Frau” bewusst werden, ist für mich aber nur eine Seite der Medaille. Sicher ist es wichtig, bei Gesprächen an der Jugendhaus-Theke oder in der Schulpause das eigene Wissen um die Konstruiertheit der oft manipulativ “Doku-Soap” genannten Fernsehserien ins Spiel zu bringen und damit auch Jugendlichen neue Erkenntnisse zu bereiten.

Scripted Reality bietet meiner Meinung nach noch viel mehr Anknüpfungspunkte für die Medienpädagogik. Zum einen lässt sich natürlich rezeptiv mit den TV-Produktionen arbeiten, das Gesehene kann reflektiert, mit Verwertungsinteressen der TV-Sender in Zusammenhang gebracht und so in einen größeren Zusammenhang gestellt werden. Die einfache Machart der Serien ist vor allem aber auch eine grandiose Steilvorlage für Medienproduktionen mit Jugendlichen – und Liebe, Familien, Konflikte und Gewalt sind ohnehin deren Themen.

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4 Kommentare

  1. Anu Pöyskö am 29.03.2011:

    Danke für den Beitrag Eike :-) auch ich halte eine Auseinandersetzung mit den inszenierten Medien”Realitäten” für extrem wichtig. Und das geht gut über Eigenproduktionen! Abgesehen davon, dass reality-Shows bei thematisch offenen Videoprojekten bei uns immer öfter aufgegriffen werden, arbeiten wir seit einigen Jahren auch gezielt mit dem Workshopkonzept “Fake reality”, wo Jugendliche eingeladen sind, selbst ein Stück reality-TV möglichst gekonnt zu inszenieren. Was die TeilnehmerInnen bis jetzt stets mitbrachten: viel Wissen über reality Formate und eine große Lust, sich darüber, wie real reality nun wirklich ist, auszutauschen. Zu unseren bisherigen Erfahrungen mit diesem Workshopkonzept wird im nächsten merz ein kleiner Beitrag erscheinen.

  2. Tobias Hübner am 29.03.2011:

    Es gibt eine sehr gute Unterrichtsreihe vom WDR zum Thema Dokumentarfilme für Kinder namens “Dok` mal”, die ich selber gerade einsetze: Habe dazu mal einen Blog-Eintrag geschrieben unter: http://medienistik.wordpress.com/2011/02/24/dafur-zahl-ich-gern-offentlich-rechliche-filmbildung-mit-dok´mal/

  3. Eike Rösch

    Eike Rösch am 03.04.2011:

    “Dok mal” stand auch auf meiner Artikelliste, finde ich auch ein sehr gutes Angebot. Danke für den Hinweis auf den Blogartikel.

  4. Lars Gräßer am 08.04.2011:

    Wir planen eine Veröffentlichung zum Thema in der Reihe mekonet kompakt, die voraus. Mitte dieses Jahres erscheinen wird und einige Projekte hierzu auflistet. Ein Überblick an Unterrichtsbeispielen findet sich auf mekonet.de unter: http://www.mekonet.de/t3/index.php?id=43&tx_ttnewstt_news=822&no_cache=1

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