Januar 2010 »

Fotografische Zeitreise

"World Press Photo 08" von mi buen zora auf flickr.com

"World Press Photo 08" von mi buen zora auf flickr.com

Jedes Foto aus dem Wettbewerb “World Press Photo” ist ein beeindruckendes, ausdrucksstarkes Zeitdokument und Kunstwerk. Alle diese Fotos zusammen sind fast wie eine Zeitreise – und genau das lässt sich nun online erleben im “World Press Photo Contest Archive“. Die MacherInnen des Wettbewerbs haben alle ausgezeichneten Fotografien seit 1955 in einem Archiv zusammengestellt, jeweils zusammen mit den entsprechenden Fotoserien bzw. -reportagen.

Das ist meiner Meinung nach für die Medienpädagogik gleich mehrfach interessant: In geschichtlichen Projekten – etwa um Themen des entsprechenden Jahres zu betrachten oder um gesellschaftliche Sichtweisen zu thematisieren –, zur Auseinandersetzung mit Fotografien und gestalterischen Mitteln im Wandel der Zeit oder zur inhaltlichen Arbeit an speziellen Themen wie Hunger, Krieg oder ähnlichem. Zur Reproduktion sind die Werke leider nicht geeignet, da copyright-geschützt. Aber den Nutzen der Website mindert das wahrlich nicht.

Websites hinter Gittern

"Gitter" von rudolf_schuba auf flickr.com

"Gitter" von rudolf_schuba auf flickr.com

“Immer schauen, wie’s die Profis machen” ist eines meiner medienpädagogischen Mottos, und das hat mich jüngst zu einer neuen Erkenntnis gebracht: Wireframes sind eine geniale Methode, um mit mehreren Menschen an einem Website-Entwurf zu arbeiten. Die Gittermodelle (manchmal auch “Mock-up” genannt) stammen aus der professionellen Webentwicklung, sind meiner Meinung nach auch ein guter Ansatz, um während eines medienpädagogischen Website-Projektes mit einer Gruppe gemeinsam die Grundstrukturen einer Website festzulegen.

Wie das aussieht, was die Vor- und Nachteile sind, das erklären zwei Artikel der Webkrauts und von Dr.Web. Stellt sich nur noch die Frage, wie mensch solch einen Wireframe denn konkret erstellt. Dafür gibt es verschiedene Herangehensweisen mit herkömmlichen Programmen wie bspw. Photoshop. Ein Tutorial im InteractionDesign Blog erklärt das genauer. Sehr schön, praktisch und funktionell finde ich aber auch eine webbasierte Lösung wie Mockingbird. Viel Spaß beim Entwerfen!

Der (Windows-)Geist aus der Flasche

"Swing" von 96dpi auf flickr.com

"Swing" von 96dpi auf flickr.com

Manchmal geht es auch am Mac eben doch nicht ohne – Windows – sei es, um Computerspiele laufen zu lassen, um Websites mit einem schlechten Browser zu testen oder um einzigartige Programme zu nutzen. Mit BootCamp und Programmen wie VirtualBox oder Parallels sind Mac-UserInnen da gut versorgt, allen Lösungen ist aber gemeinsam, dass sie eine gültige Windows-Lizenz benötigen.

Nicht immer kann und will mensch dafür Geld in der Medienpädagogik ausgeben, gerade wenn es um einmalige Projekte und/oder Tests geht. Genau dafür gibt es nun eine kostenlose Lösung für Mac OS X: WineBottler. Das Programm basiert auf “Wine“, das ebendiese Aufgabe für Linux erledigt, und lässt die genutzten Programme angepasst im vorhandenen Betriebssystem laufen.

Ein erster Praxistest hat gezeigt, dass das Programm hält, was es verspricht – so kann ich nun das ausgereiftere Windows-Skype auf meinem Mac laufen lassen und auch den Riva FLV Encoder nutzen. Allerdings gilt das bei fast allen Programmen nur mit Einschränkungen: Umfangreiche Software erfordert teilweise Gebastel; mir ist es bei verschiedenen Versuchen nicht gelungen, die entsprechenden Programme direkt zum laufen zu bringen. Die Wine-Website bietet dafür zahlreiche Anleitungen und eine Kompatibilitätsliste. Dennoch: WineBottler ist sehr vielversprechend und lohnt in den genannten Ausnahmefällen einen Versuch. Übrigens basiert auch die kommerzielle Software “CrossOver” auf Wine.

Bear Arms!

Screenshot aus "Attack of the Second Amendment"

Screenshot aus "Attack of the Second Amendment"

Der Januar entwickelt sich zum Brickfilm-Monat, denn jede einschlägige Recherche in den letzten Wochen hat neue Beispielfilme zu Tage gefördert. Neuestes Produkt aus dieser Reihe ist die Animation “Attack of the Second Amendment“. Die MacherInnen von MindGame Studios [Website, YouTube-Channel] verbinden darin Witz und eine gelungene Umsetzung mit politischer Botschaft. Und das macht das Video zur medienpädagogischen Inspiration der Woche.

In dieser Woche gibt es auch noch einen Nachschlag für alle, die von Brickfilmen nicht genug bekommen können: Der “Weltraffer” von nichtgedreht erzählt die Menschheitsgeschichte auf 625 Quadratzentimetern (!) – ein sehr schönes Prinzip.

Symbian Handys als W-Lan Hotspot nutzen

joiku1Mehr durch Zufall bin ich auf eine kleine aber dennoch sehr innovative Anwendung gestossen, die es ermöglicht, in wenigen Schritten ein Symbian Series 60 Handy in einen verschlüsselten W-Lan Hotspot zu verwandeln. Das in der Basisvariante kostenlose Tool Joikuspot light ist somit, in Kombination mit einem W-Lan fähigen Symbian Handy (z.B. unser Medienpädagogik-Handy Nokia N85), eine ideale Ergänzung für die medienpädagogische Arbeit. Durch den Einsatz von Joikuspot wird im Zeitalter der mobilen Datenverbindungen der Einsatz von UMTS Routern oder die teilweise umständliche oder sehr teure Tethering-Nutzung überflüssig.

Neben der Premium Variante, die u.a. für 7,00 EUR sämtliche Internet Protokolle und diverese Sicherheitseinstellungen unterstützt, bietet Joiku als Ergänzung dazu das Tool JoikuBoost an. Die Betaversion macht es möglich, die 3G Datenverbindungen mehrerer Handys in eine einzige, schnellere W-Lan Verbindung zu bündeln.

Der kleine Unterschied

"Bathroom sign at Pix..." von Andrei Z auf flickr.com

"Bathroom sign at Pix…" von Andrei Z auf flickr.com

Dieser Beitrag hat zugegebenermaßen länger in meinem Themenpool geschlummert, aber das Thema Gender Mainstreaming verliert nicht an Aktualität. Inwiefern gehen Jungen und Mädchen unterschiedlich mit Medien um? Inwiefern ist Intervention nötig? Wie können Angebote der Medienpädagogik gendersensibel gestaltet werden? Das sind einige der Fragen, die sich MedienpädagogInnen immer wieder stellen müssen.

Erste Antworten liefert mekonet mit dem Dossier “Geschlechtersensible Medienkompetenzförderung” mit vielen Hinweisen auf Hintergrundliteratur, Methoden und Beispielprojekte.  Einen anderen Ansatz bietet “BIBER” mit einem Artikel über gender-faire Kindersoftware. Die AutorInnen liefern darin Hintergrundinformationen und Kriterien, um Software und Videospiele gendersensibel einzuschätzen.

Exaktes Planen von Brickfilm-Requisiten: LEGO Digital Designer

Lego Digital Designer in der Medienpädagogik

PIECE of PEACE TOKYO von ajari auf Flickr.com

Brickfilme erfreuen sich großer Beliebtheit, Tendenz steigend. Das ist sicherlich auch dem Umstand geschuldet, dass die Filme mittlerweile sowohl ästhetisch ansprechend als auch zunehmend recht professionell produziert sind.

Aus meiner Kindheit (Hand aufs Herz: auch aus meiner Jugend) weiß ich, dass es eine Herausforderung ist das lange geplante Großprojekt auch zu bauen. Umso schmerzlicher nach langer Bau- und Tüftelzeit ist die Erkenntnis, dass schlicht und ergreifend Steine fehlen. Mit dieser Beobachtung scheine ich nicht alleine zu sein, denn LEGO setzt dem den kostenlosen LEGO Digital Designer entgegen. Damit ist es möglich eigene Modelle in einer sehr umfangreichen 3D-Oberfläche zu erstellen, die professioneller CAD-Software wie Architekten sie nutzen stark ähnelt. Zur Wahl stehen dabei sämtliche LEGO-Steine in allen erhältlichen Farben. Ist das Modell fertig erstellt kann es online bestellt werden. Fehlen nur vereinzelte Steine werden eben diese geordert.

Insbesondere für die Medienpädagogik könnte dieses Tool ein Segen sein, gehört doch die Materialbeschaffung gut organisiert und ist Zeit stets Mangelware.

Ich habe meine Urlaubsplanung schon hinter mir und alle verfügbaren LEGO-Steine-Quellen angezapft. Je nach dem erscheint dann vielleicht hier ein Urlaubsbericht?!

Rechtlich gut im Bilde sein

"Hf30He63Dg12²Ob276" von just.Luc (just.Censored) auf flickr.com

"Hf30He63Dg12²Ob276" von just.Luc (just.Censored) auf flickr.com

Die Sensibilität für UrheberInnen- und Persönlichkeitsrechte wird ständig größer und über jedem Veranstaltungsflyer oder auch Jahresbericht mit Fotos schwebt das Damoklesschwert von Einzelpersonen, die das Recht am eigenen Bild verletzt sehen. Die erhöhte Sensibilität ist grundsätzlich eine gute Entwicklung, führt aber bei PädagogInnen zu großer Unsicherheit oder auch Angst.

Eine hilfreiche Publikation ist daher der “Ratgeber Bild- und Urheberrecht” beim jugendnetz-berlin.de. Eine Expertin beschreibt dort sehr praxisnah die rechtlichen Implikationen bei der Verwendung von Fotos von (jugendlichen) TeilnehmerInnen in eigenen Veröffentlichungen.

Bei den zahlreichen Nachfragen zum Thema kann mensch als MedienpädagogIn ab sofort noch mit zwei weiteren Materialien glänzen: mekonet beschreibt im PDF “Rechtsfragen in der digitalen Welt“, was bei der Publikation von Inhalten im Netz rechtlich beachtet werden muss. Ähnliches bietet lehrer-online mit einem Online-Kurs zum Thema.

Der Reiz der Liebe zum Detail

Screenshot aus "Der Sündenhamster..."

Screenshot aus "Der Sündenhamster…"

Professionalität und technische Finesse ist das Eine beim Filmemachen, eine gute Idee, ein gutes Konzept und Liebe zum Detail das Andere. Selbstverständlich schließt sich beides nicht aus, aber allein mit Letzterem schon kann mensch einen guten Film bestreiten.

Das zeigt auch “Der Sündenhamster und die fünf Kontinente” von nichtgedreht: In dieser Animation gibt es keine aufwändige Auflösung, kein besonderes Licht, keine großartige Nachbearbeitung. Was den Film interessant macht, ist seine Idee und die Liebe zum Detail. Das ist auch das, was in den meisten medienpädagogischen Projekten realistisch ist. Und daher ist der Brickfilm unsere Inspiration zum Wochenende.

YouTube Direct

Screenshot von der YouTube Direct-Website

Screenshot von der YouTube Direct-Website

Brechts Radiotheorie, Bürgerfernsehen, Blogosphäre: Mit technischen Innovationen entstehen immer neue Möglichkeiten der Demokratisierung der Medienlandschaft und der Veränderung der Kommunikationsstrukturen, die gerade bei MedienpädagogInnen für leuchtende Augen sorgen. Und bei allen Enttäuschungen: Die Utopie rückt mit jeder Innovation näher.

Dazu könnte auch das neueste Angebot von YouTube zählen: “Direct“. Mit dieser Technologie kann das eigene YouTube-Videoangebot um user generated content ergänzt werden; UserInnen können ihre eigenen Videos hochladen. Das ist in der Medienpädagogik nicht nur für Partizipationsprojekte interessant; auch bei Wettbewerben oder dezentralen Videoprojekten könnten Jugendliche so ihre Beiträge leicht auf einer zentralen Website hochladen. Die Einbindung in die eigene Website ist nicht trivial, aber bewältigbar; bei google code findet sich ein Tutorial.

Zum Thema Utopie: Es bleibt die Frage, wer denn hier letztlich die Produktionsmittel in Händen hält. In diesem Sinne empfiehlt sich bei größeren Projekten dann doch ein eigenes Videoportal.

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